Moinsen!
Wie Ihr seht, habe ich die aktuelle Storyline kurz unterbrochen, da das Thema “Urheberrechtsdebatte” gerade sehr in Fahrt kommt und ich das Gefühl hatte auch mal etwas dazu sagen zu wollen. Und zwar:
Ich blicke nicht mehr durch!
In den letzten Tagen habe ich versucht den ganzen Schlagabtausch zwischen Chaos Computer Club, Tatort- Drehbuchautoren, Sven Regener, Christoph Lauer, Position der Piratenpartei, Position der Grünen usw. nachzuvollziehen. Dabei habe ich ein Dutzend verschiedener Artikel gelesen und jedes Mal wenn ich dachte, dass ich einen Standpunkt gut finde, kam woanders her ein Gegenartikel und ich kam wieder ins Zweifeln.
Man schwimmt in einem Meer von Fehlbehauptungen, Missverständnissen und Halbwahrheiten und ich sehe nichts anderes, als das man sich in Blogeinträgen gegenseitig beleidigt anstatt ernsthaft in Dialog zu treten. Alles, was ich sehe, ist dass die Fronten sich verhärten, ohne dass man konstruktiv einen Plan zum weiteren Vorgehen entwickelt.
Ich bin Künstler UND ich sehe mich mit meinem Webcomic als Teil der Netzgemeinde. Deshalb kann ich auf beiden Seiten Punkte finden, die ich teile.
Ich möchte, dass man mein geistiges Eigentum respektiert. Ich stelle meinen Comic ins Internet, weil ich meine Ideen weitergeben möchte. Die Kernaussage meiner Ideen ist eine lebensbejahende, ironische, unterhaltsam- absurde Sicht auf die Welt. Wenn man aber z.B. Ngumbe rechtsradikale Sprüche in die Sprechblase zeichnet, wird diese komplette Kernaussage pervertiert und ins Gegenteil verkehrt. Dass so etwas passieren kann, zeigt die jüngste Vergangenheit. Bei der gegenwärtigen Gesetzeslage rund um das Urheber- und Nutzungsrecht könnte ich in so einem Fall juristisch vorgehen. Und das beruhigt mich.
Was aber passiert, wenn jemand meinen Strip auf seinem Blog verlinkt oder abbildet? Oder wenn nette Leser Fanarts machen und Ngumbe dabei lustige Sprüche in den Mund legen? Natürlich habe ich dagegen rein gar nichts. Ich freue mich sogar. Selbst, wenn ich es zweifelhaft finde, dass jemand auf seiner Seite ungefragt meine aktuellen Strips hochlädt so wie in diesem Fall, werde ich versuchen ihn zu kontaktieren und das privat zu klären.
Es gibt viele unglaubliche Geschichten von Abmahnanwälten und ich kenne keinen Künstler, der den zunehmenden Missbrauch des Abmahnverfahrens gutheisst. Den agierenden Anwälten geht es oft nicht mehr im Geringsten um die Beseitigung der Urheberrechtsverletzung, sondern um die eigene Bereicherung. Dafür muss die Gesetzeslage geändert werden. Und offenbar gab es dazu schon mal konkrete Ansagen von sehr unterschiedlichen Seiten (hier und hier). Ich verstehe nicht, warum man auf diesen Aspekt nicht noch mehr eingeht.
Ich möchte nicht, dass meine Leser sich um irgendwelche Gesetzesverstösse Gedanken machen müssen und habe deshalb den Ponyhof unter die Creative Commons Lizenz gestellt. Was genau das bedeutet, könnt Ihr hier kurz nachlesen.
Das ist meine bisherige Sicht auf diesen wirren Urheberrechtskrieg. Ich hoffe, dass man bald aufhört sich gegenseitig zu beschiessen und endlich anfängt zu diskutieren.






Der Schutz des geistigen Eigentums ist mit Sicherheit ein hohes Rechtsgut, wie ich es selber einmal erfahren mußte. Für eine Lokalchronik zitierte der Verfasser munter aus einer von mir erstellten wissenschaftlichen Arbeit, ohne diese – und damit mich als Autoren – im Literaturverzeichnis zu nennen. Stattdessen erweckte er den Anschein, die entsprechenden Passagen seines Textes wären von ihm alleine und ohne fremde Hilfe erstellt worden.
Gegen ein korrektes Zitieren meiner Arbeit, also mit Nennung des Autoren, hätte ich keine Einwände gehabt; als Historiker zitiere ich ja auch aus den Arbeiten anderer Personen. Man muß ja das Rad nicht immer wieder neu erfinden. Trotzdem ist es eine Frage der Fairness und des Anstandes, daß die Leistung einer anderen Person auch anerkannt wird, anstatt sich mit fremden Federn zu schmücken.
Die gegenwärtige Urheberrechtsdebatte betrachte ich trotzdem oder gerade deswegen mit größter Skepsis. Ich habe den Eindruck, daß hier einige Leute diese Debatte zu rein kommerziellen Zwecken zur Maximierung ihrer eigenen Profite ausnutzen wollen. Das von Dir genannte Beispiel der Abmahnverfahren durch darauf spezialisierte Anwälte wirkt sich auch bereits auf den wissenschaftlichen Bereich aus.
Ich hoffe, daß man hier eine Lösung findet, die allen an Urheberrechtsfragen Beteiligten gerecht wird, aber ich habe meine Zweifel daran. Einen Zusammenbruch des geistigen Austausches im Sinne einer freien Debatte und angemessenen Nutzung von Gedanken möchte ich jedenfalls nicht erleben!
Ich erinnere an die klassischen Komponisten, die über ein Thema von gemacht haben.
@Cliffhanger: Zuviel zu lesen… Aufmerksamkeitsspanne sinkt gegen -100!
@Sarah: Green Parrot FTW!
1.) Freudsche Spontanreaktion
2.) Ablassen des angesammelten Dampfes
3.) Schreibtherapie zur Überwindung des Frustes
Kurz genug?
Darum heißt das hier auch “Diskussionsforum” und nicht “KEWL-Button”. Gerade dieses Thema erhitzt halt arg die Gemüter und ist mit “Like it” nicht ausreichend dargestellt.
Sarah hat sich wohl damit näher beschäftigt oder es zumindest versucht und lädt hier zum Meinungsaustausch ein. Den Kommentar von Cliffhanger hatte ich auf dem iPhone innerhalb von ca. 30 Sec. gelesen.
Kinder, benehmt euch!
Im Ernst, wir sind für jeden Kommentar dankbar. Und wenn dem Einen das Lesen zuviel ist, dann beteiligt er sich eben nicht an der “langen” Diskussion und der Andere umso mehr. Völlig in Ordnung.
Hallo erstmal,
ich weiß nicht ob Sie schon wussten, dass der Biß von nur einem Pferd eine ganze Hornisse töten kann?
Tja, der Spruch ist nicht von mir, darf ich den dann nutzen ohne zu zitieren? Ich danke ja, da der Spruch allgemeine Gültigkeit besitzt.
Extrem schlimm wird das ganze dann bei Patentanmeldungen… hurra, da geht die Post ab!
Nevertheless, der Anzugträger im letzten bild sieht genau so aus wie ich mir einen Winkeladvokaten vorstelle
“top2″
Das Urheberrecht so wie es in Deutschland noch ist, ist wunderbar und schützt auch den kleinsten Künstler. Von den regierenden besprochene Regeln der letzten Monate dienen aber nicht dazu kleine Künstlern zu helfen sondern den Gewinn großer Konzerne zu maximieren.
Ich gönne es jedem Großkonzern, wie jedem Künstler das sein Urheberrecht auf ein Werk besteht, aber das Zitieren sollte jederzeit machbar sein. Solange es keine simple Kopie ist ist das in Ordnung.
Walt Disney hat das große Geld gemacht in dem es Märchen Zitiert, und hat nun die Rechte an diesen Varianten die niemand kopieren, aber zitieren darf.
Warum sollte das mehr werden? Es funktioniert doch gut. Und es ist selbst für kleinere Künstler (In Deutschland) angemessen. Doch sobald wir den “total-buy-out” erlauben ist es auch hier vorbei. Nicht umsonst gab es Streikt bei den Autoren in Amerika.
ach ja… und guter Comic übrigens
find ich super! weiter so!
(und ich hab dich auch schon gefragt, ob ich eins deiner bilder in meiner hausarbeit/referat verwenden kann — war übrigens ein erfolg und ich könnte wetten, es hat dir einige neue fans beschert
)
Daumen hoch!
also: fragen und am comic freuen
Ich nix dazu sagen kann , weil jedes Deutsche Wort schonmal von jemandem genannt wurde, oder als Marke gesichert wurde. Sprache ist ja auch defakto geistiges Eigentum ^^ Zum Glück waren unsere Vorfahren nicht so Dumm, sonst könnten wir heute nochnichtmal den Mund aufmachen.
Vielen Dank für den Comic – exakt so ergeht es mir zur Zeit auch. Ich glaube, die CC Lizenz ist schonmal ein guter Schritt um Klarheit für das Publikum zu schaffen.
Kleiner Hinweis: Der Pirat heißt nicht Christan, sonder Christoph Lauer.
Ja, es gibt durchaus positive Seiten am aktuellen Urheberrecht.
Es hat auch keiner gesagt dass man es hinnehmen müsste wenn irgendwer anfängt die eigenen Werke ungefragt in großen Mengen zu verkaufen oder sonst sehr krass gegen das Interesse des Urhebers handelt. Dies jedoch ist immer die Ebene auf der die Verwertungsindustrie argumentiert. “Buhuhu.. ihr wollt alle dass die armen Künstler aussterben weil alle ihre Werke in Gemeingut übergehen!!!11einself”
Die andere Seite fängt dann oft an auf diese Pseudoargumente ernsthaft einzugehen und vergrößert die Verwirrung nur noch.
Tatsache bleibt jedoch dass die meisten Leute nichtmal mehr durchsehen was bei welchem Recht an geistigem Eigentum eigentlich gerade gemeint sein soll. Ich hab mir dazu mal ein Bild aus dem passendem Wikipedia-Artikel geklaut um das zu illustrieren: Bild:
Weiterhin würde ich bezweifeln dass viele Teile der Regelungen die in den letzten Jahren eingeführt wurden, also vor 20 Jahren auch nicht nötig waren, ernsthaft im Interesse der Urheber als Gruppe sind.
So z.B. Jahrzehnte nach dem Tod des Erschaffers noch einen Schutz zu erhalten oder die massenhafte Abmahnungen an Privatpersonen die ein Musikstück runterladen.
Jedes der Einzelthemen ist imho ziemlich leicht entscheidbar. Alles ist einzeln geregelt und lässt sich einstellen wie man das als Gesellschaft auch immer haben wollen könnte.
Das Problem ist jedoch dass (absichtlich) alles in einen Topf geworfen wird, der Stempel “geistiges Eigentum” drauf gepappt wird und die Leute argumentieren “das alles” wäre bedroht.
Ich bin auch der Meinung, dass das Urheberrecht, so wie es derzeit existiert eigentlich ganz ordentlich funktioniert. Das einzige, was der Gesetzgeber tun müßte, wäre, den doch etwas angestaubten Gesetzestext um einige Klauseln zu erweitern, die sich auf moderne Austauschplattformen wie YouTube oder Facebook oder das Netz allgemein konzentrieren und das Verlinken und Austauschen von Inhalten auf solchen Portalen eindeutig regeln. Das kann doch nicht so schwer sein…
Ich finde den Begriff Netzgemeinde lustig. Als ob die Leute, die im Netz aktiv sind nicht am RL teilnehmen und sich zu Leuten ohne große Internetnutzung grundlegend unterscheiden würden. Das grenzt schon von vornherein aus. Ich finde diese ganze Diskussion irgendwie sehr sinnfrei geführt. Jeder beschuldigt sich und der der leidet ist der Konsument.
Ich würde mir gerne bei Google Musik, Bücher, Filme kaufen – geht nicht weil sich nicht geeinigt werden kann.
Ich würde gerne Netflix und co nutzen – geht nicht weil die Rechtedödels uns einen Strich durch die Rechnung machen und das Ganze nur aus den USA oder mit Umwegen über Proxy erreichbar ist.
Ich würde mir gerne Serien anschauen, wenn sie in den USA ausgestrahlt wurden – geht, aber nur in den USA.
Ich will mir Filme online kaufen und sie dann streamen – und zwar einmal gekauft immer anschaubar von jedem Internetdevice – mit möglichst Deutsch oder Englisch, Untertitel etc.
Technisch alles kein Thema, in den USA auch schon mehr oder weniger umgesetzt – hier wahrscheinlich in 10 Jahren noch nicht möglich.
Und dann wird sich gewundert, warum jemand sich die Medien anderweitig beschafft.
Es gibt einfach keine andere SINNVOLLE und UNKOMPLIZIERTE Möglichkeit. Es ist einfacher und schneller sich ne HD Kopie zu besorgen, als nen 3/4 Jahr zu warten, bis es hier in mieser Qualität im TV läuft oder noch länger dauert bis die BluRay/DVD herauskommt und Serienstaffeln dann halbiert oder gar gedrittelt werden und dann für jeden Teil soviel verlangt wird, wie in den USA für die ganze Staffel.
Das Internet ist global, man versucht nur mit aller Macht in das globale Netz Ländergrenzen reinzudrücken…traurig sowas.
Was ist an ‘Netzgemeinde’ lustig? Seltsam, dass es von Dir genau so herum interpretiert wird, dass die Netzaffinen nicht am realen Leben teilnehmen würden. Die nicht Netzaffinen nehmen auch nicht am Netzgemeindeleben teil, weil sie sich in der Gemeinde nicht aufhalten. Was daran ist ausgrenzend?
-
Zum Zweiten kann ich deine Argumentation bis zu dem Punkt nachvollziehen, an dem Du sagst, “dann wird sich gewundert, warum jemand sich die Medien anderweitig beschafft.”
Genau das ist das Problem, welches ich mit der Argumentation habe: Es ist halt einfach schneller sich ne HD Kopie zu besorgen, als zu warten? Und billiger? Und deswegen schon ist es in Ordnung weil mans kann und weil man ja sonst so lange warten muss?
Damit wir uns richtig verstehen: Ich zahl auch gern weniger für meine DVDs oder BluRay und finde die Release-Politik zB nicht in Ordnung. Aber dann importier Dir halt die Original-DVD oder BluRay. Auch das ist in Zeiten des Internet möglich.
Der OP wollte ja eben genau keine DVDs, BRs oder sonstwelche Medien kaufen, sondern den Inhalt derselben (und das logischerweise online). Wenn Du mal das Legalese auf den Dingern liest, wird Dir auffallen, dass Du mit dem Kauf einer DVD eben genau kein Eigentum an den darauf enthaltenen Daten (Film, …) erwirbst, sondern nur ein Nutzungsrecht mit allen mglichen Einschränkungen, angefangen damit, dass man den Film eben nicht auf beliebige andere Medien packen darf. Das ist der Skandal.
Okay, da hast Du Recht, er möchte nur digitale Kopien und sie dann auf den Geräten abspielen, die er will. Ich hab das mit den DVDs gesagt, weil er später selber auf sie zu sprechen kommt.
Eine Möglichkeit bei DVD/BR ist ja auch, eine Digitalcopy mit drauf zu packen. Das finde ich einen guten Ansatz und wird immer öfter gemacht. Das müsste mM Standard sein, damit man den Film NICHT selber rippen muss. Dann eben kannst Du die Kopie auch so oft nutzen, wie Du magst.
Und der Begriff ‘Nutzungsrecht’ ist durchaus richtig in diesem Zusammenhang. Du bekommst das Recht, den Film für dich zu nutzen. Du erhälst aber KEINEN Anteil am Werk und das ist auch richtig so.
Zudem: Ja, das Internet ist global aber es gab und gibt immer Ländergrenzen und in jedem Land anderes anzuwendendes Recht und das muss man eben akzeptieren und versuchen, umzusetzen.
Mir kommt das derzeitige Urheberrecht – oder doch zumindest seine derzeitige Umsetzung – reichlich schizophren vor: Auf jede Festplatte, jeden USB-Stick, jeden Drucker am PC soll ich eine Urheberrechtsabgabe zahlen. Automatisch. Ist im Preis mit drin. Da fragt mich als Kunde keiner, ob ich das brauche. Nö, mir wird per se unterstellt, dass ich das Zeug zum Kopieren benutze – und deshalb darf ich zahlen. Wenn ich mir dann aber auf die Platte einen Film ziehe, weil z.B. die DVD ums verrecken nicht mehr käuflich zu erwerben ist – dann ist das trotzdem eine illegale Raubkopie. Hallo?! Und wozu ist dann die Urheberrechtsabgabe gut?!
Zum weiterlesen: http://www.heise.de/resale/meldung/Verwerter-fordern-hoehere-Urheberrechtsabgaben-auf-externe-Festplatten-1384731.html
nein, ist es nicht…
Es war immer legal eine Privatkopie zu erzeugen. Sprich: Wenn mein Kumpel vorbei kam und mir seine Schallplatte kurz auf Tonband kopiert hat, dann war das völlig legal. (um mal Beispiele auf Musik zu beziehen)
Was jetzt illegal ist, ist einerseits das Verteilen an Leute die du eben nicht kennst (sprich: P2P-Zeugs im Internets) oder das “umgehen eines wirkungsvollen Kopierschutzes”.
Der wirkliche Skandal liegt also nicht in den Dingen die wir seit Jahrhunderten haben und die “das Internet” jetzt bis zum Künstlersterben ausnutzt, sondern dass wir als Konsumenten jetzt weniger Dinge dürfen als jemals zuvor. Man könnte das leicht als Kunde umgehen, z.B. indem man keine Musik mehr kauft die mit Kopierschutz kommt, aber leider sind die Leute ernsthaft zu blöd dazu und wir haben eine ziemlich klare Monopolstellung auf Seiten von Sony/BMG/Warner/GEMA und co.
Es ist schlicht praktisch unmöglich in Deutschland an GEMA und den großen Labels vorbei ernsthaft als Künstler zu arbeiten und Bekanntheit zu erreichen die ausreicht um davon leben zu können.
Weiterhin: wer sagt eigentlich dass Künstler von ihrer Kunst gut leben können sollen? Das hat die ganzen letzten Jahrhunderte auch kaum funktioniert, nur weil wir jetzt im Fernsehen weltweit ein paar hundert Ausnahmen immer wieder vorgehalten sehen, muss das nicht jetzt plötzlich zum großen Ziel werden.
Wie gesagt: Es ist ein großer Themenkomplex und eigentlich sollte man den geordnet für jedes Unterthema einzeln abarbeiten. Es ist aber viel einfacher irgendwelche globalen Aussagen über “DAS URHEBERRECHT” in die Welt zu werfen.
Dr. Azrael Tod: “Weiterhin: wer sagt eigentlich dass Künstler von ihrer Kunst gut leben können sollen? ”
Die Frage ist: Warum sollten sie das nicht?
nein, das ist eben nicht die Frage…
Ich habe eben dargelegt dass das nicht der Zustand ist wie wir ihn die letzten paar hundert Jahre hatten. Es ist auch nicht der Zustand den wir jetzt haben.
Natürlich hätte jeder persönlich gerne mehr Geld in der Tasche, aber das ist doch kein Argument was irgendwen bewegen würde jetzt jedem Geld zu schenken.
Künstler konnten schon immer nur in seltensten Fällen von ihrer Kunst alleine leben. Warum sollte das anders werden? Warum gerade jetzt wo sich so ziemlich jeder “nebenbei” irgendwie kreativ betätigt?
Hast du eine Ahnung wie viele Leute heutzutage Bücher schreiben? Welche Unmengen an hobbymäßig Bilder malenden Leuten es gibt?
Wer soll die bezahlen? Und warum sollte jemand das tun? Nur weil uns das Fernsehen jeden Tag Madonna und Tom Cruise zeigt, bedeutet das nicht dass diese Leute der Normalfall sind.
Je stärker die Technologie einen dabei unterstützt, desto einfacher wird es auch sich künstlerisch zu betätigen. Vor 50 Jahren hätte ich noch ernsthaft ein Instrument und Noten erlernen müssen um musikalisch tätig zu werden, heute reicht es mich ein paar Stunden an einen Computer zu setzen. Den gleichen Effekt sehen wir jetzt langsam bei Video.
Weiterhin: warum sollte jemand der sich gemütlich zuhause hinsetzt und ein paar Gedichte schreibt oder aus Spaß an der Freude ein paar Musikstücke zusammen klickt damit mehr Geld verdienen als ein Maurer oder ein Friseur?
Warum sollte das auch nur erstrebenswert sein?
“aber das ist doch kein Argument was irgendwen bewegen würde jetzt jedem Geld zu schenken.”
Es geht nicht darum, jedem “Geld zu schenken”, sondern den Künstler sprich Zeichner, Musiker, Autoren, you name it, für seine Arbeit zu entlohnen. Wer beurteilt denn was Kunst und was Arbeit und was eventuell sogar Beides ist?
Soll ein Künstler denn weniger für seine Arbeit bekommen als ein Friseur oder Maurer? Oder darf er gleichviel verdienen? Ist Arbeit nur etwas wert, wenn sie keinen Spaß macht? Hat der Maurer Spaß bei seiner Arbeit? Soll der Künstler nicht entlohnt werden, weil er mit etwas seinen Lebensunterhalt verdienen will, das er a) gut kann und b) ihm Freude bereitet?
Das Alles hast Du nicht gesagt, sind aber Fragen, die mir in den Sinn kommen.
Zum Anderen: “nein, das ist eben nicht die Frage…” – Für den arbeitenden Zeichner schon. Du glaubst nicht, wie oft man als Illustrator begründen muss, warum man wieviel Geld für seine “Arbeit” verlangt.
“Hast du eine Ahnung wie viele Leute heutzutage Bücher schreiben? Welche Unmengen an hobbymäßig Bilder malenden Leuten es gibt?”
Du scheinst den Unterschied zwischen Hobby und Beruf nicht zu verstehen. Ob jemand etwas kommerziell macht oder umsonst, bleibt aber wohl auch weiterhin jedem selbst überlassen, ganz egal, wie Du dazu stehst. (Und das war auch noch nie anders, was Deine Argumentation besonders wirr erscheinen lässt.)
Aber kannst ja mal Deinen Bäcker fragen, ob Du den Kuchen in Zukunft umsonst bekommst, weil Du bei Deiner ja auch nie was dafür zahlen musst. Der wird Dir den Unterschied dann sicher gerne noch mal erklären.
(Sollte heißen: “bei Deiner Omi”.)
Leute ihr braucht hier nicht getrollt aufzuspringen und beleidigt zu sein.
Jemand hat von mir verlangt zu belegen warum Künstler nicht alle irre viel Geld verdienen sollen und ich hab gesagt dass ich das nicht belegen muss, weil dem noch nie so war und dass die Beweislast anders rum ist.
Nicht mehr und nicht weniger.
Die Frage ist nicht ob ein Maurer “bessere” oder “mehr” Arbeit verrichtet als ein Künstler, sondern wer wen bezahlt. Bei einem Maurer gibt es eine ganz eindeutige Struktur wer wen wofür bezahlt, bei einem Künstler nicht immer.
In den Fällen wo diese Struktur nicht so klar ist (Da ist der Illustrator der mal eben für Unilever ein Werbeposter malt eben gerade kein passendes Beispiel), kann es durchaus vorkommen dass ein Künstler eben nicht von seiner Kunst leben kann. Das ist so, das war immer so und ich sehe keine Tendenz dass das sehr schnell anders werden wird.
Wir müssen uns also wohl damit abfinden dass Leute die Kunst als “Hobby” betreiben.
Was ich jetzt häufig jedoch sehe, sind Leute die umher laufen und schreien “Ich kann nicht von meiner Kunst leben, das System läuft falsch!”.
Ich würde behaupten dass die Fälle in denen ein Künstler wegen P2P, Internet und Co. heute schlechter leben kann als vor 100 Jahren halten sich in verdammt geringen Grenzen. Die Menschen geben anteilig an ihrem Einkommen mehr Geld für Kunst und Kultur aus als jemals zuvor.
Wenn also jemand argumentiert dass die armen Künstler aufgrund zu schwachem Urheberrechtes oder ähnlichen, neuen Umständen schlecht leben müssten, dann soll derjenige gefälligst Belege für seine Aussage bringen.
“Wir müssen uns also wohl damit abfinden dass Leute die Kunst als “Hobby” betreiben.”
Deine Argumentation wird immer wirrer.
Ja, es gibt immer schon Leute, die Kunst als Hobby betreiben und kein Geld dafür verlangen. Messerscharf beobachtet. Herzlichen Glückwunsch zu diesem wertvollen Diskussionsbeitrag.
Wie Du auf die Idee kommst, deshalb generell Kunst als kommerzielle Betätigung in Frage zu stellen, das bleibt aber wohl weiter Dein Geheimnis. Es gibt Hobby-Künstler, genauso wie es Hobby-Bäcker gibt. Und genauso wie es kommerzielle Bäcker gibt, die ihren Laden dicht machen müssen, weil keiner ihr Brot will, gibt es auch kommerzielle Künstler, die scheitern, weil keiner ihre Kunst haben will. Der gute alte Markt regelt das. Wenn kein Bedarf da ist, wird auch keiner was verkaufen. Da sind wir uns schon alle einig, denke ich, auch wenn Dir das entgangen ist.
Das Problem liegt darin, dass einige meinen, sie sollten kommerziell produzierte Kunst klauen dürfen, nur weil das mittlerweile teilweise recht einfach ist. Wie man zu solchen verblüffenden Schlüssen steht, ist aber vielleicht eine Erziehungsfrage.
Freunde, mäßigt euch bitte. Danke.
- Ansonsten: Ich bin nicht beleidigt. Meine Äußerungen sollten ein paar Denkanstöße an Alle meinerseits sein, wie ich auch erwähnt habe. Nichts Anderes.
Zudem würde ich dich bitten, den Leuten hier nicht vorzuschreiben, “was die Frage” ist und was nicht. Es gibt Menschen, die anderer Auffassung sind als Du und ich bitte dich das zu akzeptieren.
Wo stell ich Kunst als kommerzielle Betätigung in Frage? Das wird es weiter geben, genauso wie die letzten Jahrhunderte. Wenn du bitte meine Kommentare lesen würdest bevor du darauf antwortest, wäre die Diskussion vlt. inhaltsvoller.
Mir ist auch weder entgangen dass sich der Preis über Angebot und Nachfrage regelt, noch habe ich irgendwo was anderes behauptet.
Auch habe ich keine Ahnung wo ich gesagt haben soll dass man kommerziell produzierte Kunst “klauen” dürfen. (Nein, sie ist noch immer nicht weg wenn ich sie kopiere.)
Da magst du Recht haben. Ich bezog mich wie bereits mehrfach geschrieben auf Oernas Kommentar: “Die Frage ist: Warum sollten sie das nicht?”, der ja irgendwann im Ursprung dieses Subthreads steht.
Meine Aussage bleibt vereinfacht gesagt: Es geht den Künstlern heute besser als jemals zuvor. Es wird mehr Geld für Kunst und Kultur ausgegeben als früher. Wer behauptet dass aufgrund der Kopiermöglichkeiten und ähnlicher, neuer Entwicklungen, Künstler heute ein schlechteres Leben als früher hätten, der sollte das Belegen können.
Es gab immer Kunst die sich einfach wirtschaftlich nicht lohnt. Dem wird auch noch eine Weile so sein. Wenn jemandem nicht gefällt wie er für Kunst bezahlt wird, dann kann er gerne darlegen warum dies etwas mit Urheberrecht zu tun haben soll.
“Wenn also jemand argumentiert dass die armen Künstler aufgrund zu schwachem Urheberrechtes oder ähnlichen, neuen Umständen schlecht leben müssten, dann soll derjenige gefälligst Belege für seine Aussage bringen.”
und “Wenn jemandem nicht gefällt wie er für Kunst bezahlt wird, dann kann er gerne darlegen warum dies etwas mit Urheberrecht zu tun haben soll.”
Ich mache jetzt mal noch einen, wenn auch nicht von viel Hoffnung getragenen Versuch: Wer behauptet das hier?
Schön zu sehen, dass auch direkt betroffene den Durchblick verlieren!
Ich hab den Anschluss schon lange verloren als sich noch die Springer Redaktion auffällig penetrant für das Schutzrecht stark gemacht hat und die “Gratiskultur” verteufelte weil deren Ipad App gegen das kostenlose Angebot der öffentlich rechtlichen Anstalten abzustinken drohte.
Da war der Abmahnwahn aber auch schon voll im Gange, also dass einige (sagt man da:) Kanzleien (?) scheinbar das Geschäftsfeld komplett aufs Abmahnwesen verlagert haben.
Und ich fürchte das wird alles nicht einfacher, oder unkomplizierter. Das Internet wurde jahrelang nicht erkannt und jetzt muss es ganz schnell gehen bis auch das ordentich reglementiert hat. Letzten Endes würde es reichen die bisher existierenden Regeln Internetkonform zu aktualisieren. Dafür sollte man sich dann aber bitte auch mal die Zeit nehmen das ordentlich zu überdenken, vielliecht mal auch mal Leuten die Ahnung haben von diesem World Wide Interdingsda.
Hey Sarah, der Comic ist von 2011?
Ist das etwa ein Versuch rückwirkend das Kopierrecht auf diesen Strip geltend zu machen?
Upsi, schon wieder die falsche Vorlage erwischt. XD Danke für den Hinweis.
Hihihi, nett. Vor allem der Abmahnanwalt ist gut getroffen!
Allerdings scheitert die Frage nach dem «geistigen Eigentum» doch schon darab, dass es keines gibt. Wie soll das denn gehen? Alles, was ich denke, was ich kann und bin, resultiert doch direkt aus den Einflüssen meiner Umwelt, unter anderem denen anderer Menschen. Wie soll davon irgendwas mir oder irgend jemand anderem gehören können? Das deutsche nicht-veräußerbare Urheberrecht reicht angesichts dessen imo schon sehr gut aus, auch ohne Verschärfung oder gefährlichen Unfug wie das «Leistungsschutzrecht», mit dem die Verlage ihre Existenz verlängern wollen.
Ach, und noch ein bißchen Krittelei:
Nun lädt Quitecomical aber gar keine Strips anderer Leute irgend wo ’rauf oder ’runter, sondern packt nur einen Link auf letztere in einen Frame (und tut keineswegs so, als sei der Strip auf dem eigenen Mist gewachsen). Mit einem Klick darauf landet man beim jeweiligen Anbieter … ich würde das eher als freundlichen Service sehen, immerhin generieren die dort verlinkten Comicseiten damit eher mehr als weniger Klicks. Und das «ungefragt» … hey, Du stellst Zeug ins Netz, jemand anders zeigt drauf. Mehr ist da nicht passiert.
Fakt ist: Mein aktueller Strip ist bei ihm zu sehen. Er hat nicht gefragt. Nichts anderes habe ich gesagt.
Die Tatsache, dass das laut CC-Lizenz erst jetzt erlaubt ist und er den Strip immer noch zeigt, macht glaube ich deutlich, wie ich mich in diesem Fall entschieden habe.
«hochlädt» hast Du gesagt.
Die Benutzung der CC-by-nc-nd finde ich aber schon mal sehr gut, wenn Du auch Fan-Art damit per se erstmal verbietest. Das ist aber angesichts des aktuellen braunen PP-Mißbrauchs nur verständlich. Bei der Auslegung ist halt ein bisserl Augenmaß gefragt — und das haste ja.
In der Zwischenzeit hat der Quite Comical-Betreiber mich kontaktiert und wollte mir ein Gespräch anbieten. Ich habe ihm mitgeteilt, dass dass ich (auch laut CC-Lizenz) kein Problem mehr mit seiner Seite habe.
Und Fan-Art ist natürlich voll willkommen. Und wenn man eine Überarbeitung der ganz anderen Weise plant, kann man mich immer noch fragen.
Was Fan-Art angeht: Die ist auch per se nicht verboten, da ich als Urheber bestimmen kann, was ich verbiete oder nicht.
CC sagt halt nur erstmal aus was jeder ohne explizit neu verhandeln zu müssen darf.
Man kann natürlich auch jederzeit nochmal den Autor fragen “hey, ich würde gerne XYZ tun, darf ich?”
Meiner Meinung nach hat sich das Urheberrecht in den letzten Jahrzehnten immer mehr von seinem eigentlichen Zweck entfernt. Dies wird vor allem deutlich, wenn man sich den “Copyright Act of 1790″ der USA einmal anschaut. Dieser garantierte dem Autor eines Werkes ein zeitlich begrenztes exklusives Verwertungsrecht, eine Monopolstellung. Dies war auch dringend nötig, denn bei der Kreation eines Werkes entstehen kosten, die beim kopieren nicht anfallen. Eine Kopie kann also immer günstiger verkauft werden als ein Original. Daher braucht es ein Schutzrecht, damit der Autor des Originals überhaupt etwas an seinem Werk verdienen kann. Umgekehrt verschwindet ohne dieses Schutzrecht auch die Motivation, eigene Werke zu kreieren. Dieses zeitlich berenzte exklusive Verwertungsrecht betrug damals gerade einmal 14 Jahre. Sollte der Autor nach dieser Zeit noch leben, verlängerte es sich noch einmal um 14 Jahre. Danach geht das Werk zur “Public Domain” über, ähnlich unserer Gemeinfreiheit. Im besten Fall hatte ein Autor damals also 28 Jahre lang Zeit, um Profit aus seinem Werk zu schlagen. Der eigentliche Zweck dieses “Acts” war aber nicht die Einkommenssicherung der Autoren, dies war nur ein Nebeneffekt. Das eigentliche Ziel dieses Acts war das weiterentwickeln des allgemeinen Wissens, besonders deutlich wird dies an den ersten Worten dieses Act: “An act for the encouragement of learning”
Nun, wie sieht es heute aus: Mal angenommen, ein Autor kreiert sein Werk mit 30, stirbt mit 80 und nach weiteren 70 Jahren wird das Werk in Deutschland dann gemeinfrei. Das Werk ist damit also 120 Jahre lang geschützt, der Autor selbst konnte allerdings gerade einmal 50 Jahre lang daraus Profit erwirtschaften. Der Profit aus den restlichen 70 Jahren gehen an Verwertungsgesellschaften und Erben, die mit der Schauffung des Werkes an sich gar nichts am Hut haben. Die Bereicherung des Allgemeinguts: komplett unter die Räder gekommen. Nach dem Tod eines Autors dauert es 70 Jahre in Deutschland, bis jeder die Werke des Autors kostenlos vertreiben/nutzen darf. 70 Jahre, etwas mehr als 2 Generationen. Diese 2 Generationen müssen weiterhin für Kulturgut Geld bezahlen, von dem der Autor nie etwas sehen wird, da er längst Tod ist.
Ich bin nicht der Meinung, dass man das Urheberrecht abschaffen sollte, dies würde wohl in der Tat zum Aussterben einiger Kunstformen führen. Aber man sollte sich doch vielleicht einmal darüber gedanken machen, ob eine Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Autors immer noch angemessen uns zeitgemäß ist. Ich würde mir wünschen, dass der Aspekt der allgemeinen Wissensbildung wieder mehr in den Vordergrund rücken würde, und die Profitgier der Verlage und Vertriebsgesellschaften mehr in den Hintergrund.
Wer sich für dieses Thema interessiert, dem kann ich vor allem die 4 Episode von “Everything is a Remix” empfehlen http://vimeo.com/36881035
Die Frage brauchst du gar nicht stellen. Die 70 Jahre werden binnen der nächsten zwei Jahre deutlich verlängert werden, noch vor 2015.
Warum? Ganz einfach, der Staat Bayern hält das Copyright an “Mein Kampf”. Politische Entscheidung ist dies Buch nie wieder zu verlegen. Also muss das Schutzrecht bis in alle Ewigkeiten gelten. Ein Schutzrecht bis in alle Ewigkeit bekommt man aber nicht durchgedrückt. Daher wird immer Schrittweise erhöht.
Wir müssen uns also mit der Tatsache abfinden, dass durch diese regelmäßige Verlängerung auch andere, nach 1945 geschaffene, Werke NIEMALS gemeinfrei werden können. Auch wenn 500 jahre vergangen sind. Es ist ein Kollateralschaden.
Einerseits finde ich es toll, dass ich mir jeden Song, Film oder auch Comic sofort aus dem Internet holen kann ohne dafür bezahlen zu müssen. Andererseits muss ich natürlich an die armen Plattenstudios, Filmgesellschaften und Comiczeichner denken die wegen mir kurz vor der Pleite stehen.
Warum gibt es überhaupt noch neue Lieder, Filme und Comics wenn das sofort alles nur hemmungslos raubkopiert wird? Es scheint sich doch irgendwie zu lohnen.
Muss ich mich jetzt total schuldig fühlen weil ein paar Gutmenschen alles ordnungsgemäss bezahlt haben und sich deswegen das Rad weiterdreht?
Ich habe einfach keine Lust, 2 Jahre auf eine zensierte und mies synchronisierte Folge meiner amerikanischen Lieblingsserie in einem deutschen Pay-TV zu warten wenn ich sie schon ein paar Stunden nach Erstausstrahlung in USAnien per Internet sehen kann. Ich kann mit diesem schlechten Karma leben…
Uff… ich versuch mal subjektiv objektiv zu bleiben, und das meine ich genauso, wie ich das geschrieben habe.
Einerseits finde ich es toll, dass ich mir jeden Song, Film oder auch Comic sofort aus dem Internet holen kann ohne dafür bezahlen zu müssen. Andererseits muss ich natürlich an die armen Plattenstudios, Filmgesellschaften und Comiczeichner denken die wegen mir kurz vor der Pleite stehen.
Ich nehme mal an, das ist ironisch gemeint, wer sonst würde zumindest auf Plattenstudios und Filmgesellschaften das Wort arm verwenden. Was das Wort Comiczeichner in Deiner Aufzählung zu suchen hat, weiss ich nicht genau, aber ich nehme an, und bitte korrigiere mich, Du hast versucht eine Kausalkette zu konstruieren, die nicht so recht funktionieren mag, aber okay. Viele Comiczeichner stehen tatsächlich vor der Pleite, sonst würden sie sich nicht mit anderen Jobs über Wasser halten müssen. Woher ich das weiss? Rate mal! Über Plattenstudios und Filmgesellschaften vermag ich Nichts zu sagen, vielleicht hat da jemand Anderes mehr Informationen für Dich. ^^
Warum gibt es überhaupt noch neue Lieder, Filme und Comics wenn das sofort alles nur hemmungslos raubkopiert wird? Es scheint sich doch irgendwie zu lohnen.
Weil es tatsächlich Menschen gibt, die eine Gefühl, eine Geschichte oder Erfahrung mit uns Verbrauchern teilen wollen. Weil es natürlich Gesellschaften gibt, die damit Geld machen, aber die müssen die Sachen auch erst produzieren. Es scheint sich tatsächlich für die größeren Vertriebe etc. zu lohnen. Macht das den Klau legal? Hilf mir mit Deinem Rechtsempfinden da doch bitte mal, das wäre sehr freundlich.
Muss ich mich jetzt total schuldig fühlen weil ein paar Gutmenschen alles ordnungsgemäß bezahlt haben und sich deswegen das Rad weiterdreht?
Ja. Musst Du. Ich werde Dir auch schreiben, warum Du musst: Die anderen “Gutmenschen” zahlen nämlich für Dich mit. Das nennt man, korrigier mich da bitte, Schmarotzertum, Parasitismus oder Nassauern. Du liegst den anderen gelinde gesagt auf der Tasche. Dass Du diejenigen, welche freiwillig für eine Dienstleistung oder Ware bezahlen (weil sie im Gegenzug ja etwas dafür bekommen) Gutmenschen nennst, ist, und ich bitte hier um Verzeihung für die harschen Worte, aber das muss jetzt sein, eine absolute Frechheit und Dreistigkeit Deinerseits. Das hat nichts aber auch gar nichts mit Liberalismus oder mit der Verfechtung freien Wissens oder der Freigabe von Kunst und Kultur an die Allgemeinheit zu tun. Lass mich raten, Flattrn ist Dir fremd? Korrigiere mich auch hier, so Du mich korrigieren kannst, ohne in Pathos ab zu gleiten.
Ich habe einfach keine Lust, 2 Jahre auf eine zensierte und mies synchronisierte Folge meiner amerikanischen Lieblingsserie in einem deutschen Pay-TV zu warten wenn ich sie schon ein paar Stunden nach Erstausstrahlung in USAnien per Internet sehen kann.
Keine Lust zu haben, auf etwas warten zu müssen ist Dein gutes Recht. Wer hat diese Lust schon, bei Dingen, die ihm nichts wert sind? Warum ich denke, dass Dir der Kram, den Du Dir da runterziehst nicht viel wert sein kann? Ganz einfach: Weil man auf Dinge, die einem etwas wert sind, wartet bzw. warten kann. Sollte es allerdings so sein, dass Du die Serie im O-Ton sehen willst, dann ist es allerdings verständlich, ändern wird sich durch Deine Handlungsweise aber auch daran nichts, dass Medieninhalte im Internet regional verfügbar gemacht werden, was ich persönlich ebenfalls als Frechheit empfinde, aber das ist ein ganz anderes Thema.
Ich kann mit diesem schlechten Karma leben.
Das ist eine absolute verständliche Verhaltenseweise eines Egoisten.
Ach? Kopieren nimmt dir etwas weg?
Und dafür “muss” man sich schuldig fühlen? Ich glaube nicht. Moral ist halt immer relativ, nicht?
Genau da hast du den Punkt getroffen: “Wert”.
Was viele, die hier als Künstler oder Urheber so gerne vereinheitlicht genannt werden, produzieren ist Unterhaltung. Unterhaltung kann ich heute an jeder Ecke billig bekommen, sei es das 3€-Mängelexemplar-Buch (oder noch billiger dank Bibliothek), das Opensource/Freeware-Computerspiel oder einfach zu lesen was andere in Blogs unentgeltlich an Kommentaren schreiben.
Wenn ihm die Untehaltung die du ihm verkaufen willst, nicht so viel wert ist wie er dafür bezahlen will, kannst du entweder versuchen ihm zu verbieten deine Produkte zu konsumieren (was offensichtlich immer schlechter funktioniert) oder ihn lassen.
Was du definitiv nicht kannst, ist einfach verlangen dass er dir zahlt was du für angemessen für deine Arbeit hältst. Das funktioniert einfach nicht.
Hörmal, geht das jetzt auch ohne die Leute zu provozieren? Ich hab eben darum gebeten, dich zu mäßigen.
a) es gibt die Uhrzeit am Kommentar aus einem bestimmten Grund, du hast nach meinem Kommentar (14:13) um Mäßigung gebeten (15:34), das gibt diesem Kommentar (16:01) jetzt eine interessante bis pingelige Note.
b) Wo provozier ich? Zumindest lag dies nicht in meiner Absicht.
Ach? Kopieren nimmt dir etwas weg?
Dann nenn es Vervielfältigung. Ich will hier gar nicht rumpopeln, was geklaut oder kopiert ist, diese Deine Position hast Du uns ja nun schon weiter oben kundgetan. Es wird etwas produziert, wofür man offensichtlich zahlen soll, um es zu konsumieren bzw. zu benutzen, weil sich offensichtlich jemand die Mühe gemacht hat, es zu produzieren, und da wir uns nun mal nicht (falls Du das kannst, dann betrifft Dich das nicht, dann bist Du wahrscheinlich “out of this world” ^^) von Luft und Liebe allein ernähren können, ist es nur angemessen, dafür etwas zu bezahlen.Also, um es auf das Niveau Deiner Frage runterzubrechen: Ja, das tut es. Nämlich das Entgelt, dass ich für den legalen Verkauf bekommen hätte, wenn die Person nicht kopiert und gekauft hätte.
Und dafür “muss” man sich schuldig fühlen? Ich glaube nicht. Moral ist halt immer relativ, nicht?
Das ist mindestens genauso traurig und auch dreist, wie die Sache mit den Gutmenschen. Da brauch ich eingetlich nicht viel dazu zu schreiben. Ich weiss nicht welchem Kulturkreis Du angehörst, ich weiss nicht, welche moralische Erziehung Du genossen hast und ob überhaupt, ja ich weiss noch nicht mal, ob Du damit provozieren willst oder das tastächlich Deine Meinung ist, gemessen an dem Thema, und auf das beziehe ich mich und bezog ich mich, ist Diese Deine Aussage in Bezug auf Moral absolut daneben. Sorry. Das ist indiskutabel. Dann noch einen Smiley dahinter zu setzen, ist das I-Tüpfelchen. Kann sein, dass ich das jetzt veilleicht falsch interpretiert habe. Sollte das der Fall sein, dann bitte ich diesen Absatz aus dem Protokoll zu streichen, Herr Doktor.
Genau da hast du den Punkt getroffen: “Wert”. [...] Was du definitiv nicht kannst, ist einfach verlangen dass er dir zahlt was du für angemessen für deine Arbeit hältst. Das funktioniert einfach nicht.
Ich weiss nicht, aus welcher Position Du über angemessene Bezahlung sprichst. Erleuchte mich bitte mit der Benennung Deiner beruflichen Tätigkeit, die es Dir erlaubt, nicht angemessen für Deine Arbeit bezahlt zu werden. Ich meinerseits bin darauf angewiesen, dass ich bezahlt werde, da Hartz IV für mich noch nie eine Option war, ist und sein wird. NATÜRLICH kann ich das verlangen, bezahlt zu werden! Ich brech auch das mal runter, was Du meinen könntest: Der Benutzer kann verlangen, dass Dienstleistungen und Waren kostenlos sind und der Erzeuger kann NICHT verlangen, dafür bezahlt zu werden. Scheinbar bist Du doch “out of this world”(?) Hilf mir, Dich besser zu verstehen. Auch Du hast ein Recht darauf. *transparenthochhalt*
Lies mal bitte – Sascha Lobo trifft es eigentlich hervorragend auf den Punkt.
Hab ich musste sehr schmunzeln ^^
Wirklich treffende Analyse.
Hiho,
tjaja, das liebe Urheberrecht… Ich hab mich auch oberflächlich ein wenig damit befasst, allerdings bin ich als “gelegentlich zeichne ich was und wers mag, darfs kaufen”-Künstler (glücklicherweise?) nicht wichtig genug in der ganzen Netzwelt, als dass ich mir über Diebstahl meiner fünf Schmierereien pro Jahr ernsthaft Sorgen machen müsste, ergo kenne ich z.B. keine Paragraphen auswendig. Allerdings war ich dennoch etwas beunruhigt, als ich gehört hab, dass ausgerechnet meine Lieblingspartei das Urheberrecht abschaffen wollen würde.
Glücklicherweise weiß ich inzwischen, dass das so nicht stimmt (aber sich eben einfacher schreien lässt, wenn man zu faul ist das Parteiprogramm zu lesen). Es geht nicht darum, den Begriff “brotlose Kunst” zu unterstreichen und damit einer Menge Leute Zeit und Muse nehmen, überhaupt noch Kunst zu produzieren. Es geht mehr darum, dass Künstler, die abhängig von GEMA und Co sind, auch mal von ihren CDs mehr sehen als die paar Cent pro Platte, die keinen Kühlschrank füllen. Naja und dass der Konsument auch was davon hat. Und das finde ich an sich gut. Allerdings muss über das Wie wirklich noch eine Menge diskutiert werden.
Aus Sicht eines Konsumenten wiederum (und damit schwenke ich mal auf bewegte Bilder um) muss ich zugeben, dass ich auch seit Jahren keine CD/DVD mehr gekauft und nur zwei oder so geschenkt bekommen hab. Gleichzeitig war ich gerne auch Nutzer von kino.to und müsste somit total in die Klischeesparte fallen, die hier so als Schmarotzer gesehen wird.
Dabei wird aber das Warum übersehen. Es geht mir nicht darum, irgendwas umsonst anzugucken. Wenn ich nen Videofilm sehen will, hab ich den Euro für die Videothek nun auch noch grad übrig. Aber worum es mir geht ist, dass ich gerne alle möglichen Serien gucke, die gerade nicht oder völlig unsortiert und aus dem Kontext gerissen, im TV laufen und die es z.T. nicht auf DVD gibt (und nie geben wird). Gleiches gilt für Filme, die schon sehr alt sind, aus VHS-Zeiten und die man nirgendwo mehr kriegt. Dafür war kino.to eben gut. Wenn es das gleiche Geschäftsmodell mit ähnlich vielfältigem Angebot legal gäbe und man dann nen Beitrag von ein paar Euro pro Monat für zahlen müsste, würde ich sofort mitmachen. Aber sowas gibt es hier eben noch nicht und solange GEMA, Sony und weiß nicht wer überall seine Finger im Spiel hat, wird sich da auch nix dran änden.
Lg, Knuddelmuff
Ja, so ist das mit differenzierten Meinungen. Passen schwer in eine Schlagzeile.
Ich finde, Du blickst schon ganz gut durch.
Ehrlich! Ich kann hier bei dem Thema leider nur ganz, ganz schwer seufzen!
*seeeeuuuuuufz
seuuuuuuuuufz* (ich schließe mit einen Sternchen, somit war das ein kollektiver Doppelseufzer ^^
Eigentlich seufze ich sogar immernoch!
Um es auf den Punkt zu Bringen:
Durch die sogenannte Internetpiraterie von z.B. Musik haben Künstler durchaus positive Resonanz gezogen. Man kann hierbei nicht wirklich von Schaden reden. Ich selbst freue mich als Künstler wenn meine Werke bekannt gemacht werden. Und wer dann ein Werk auch wirklich gut findet, kauft es! So einfach ist das.
Früher hat man seinen Freunden eine Kasette mit dem Radio-Recorder aufgenommen und dann gegeben. Heute schickt man einen Youtube Link weiter.
Abgesehen davon profitieren die Musikkonzerne von überhöhten Abmahnungsgebühren der Anwälte mehr als durch den verkauf der Musik. Das ist daher einfach nur ein Vorwand um Geld zu kassieren!
Hey Erik,
wenn man nicht von Schaden reden kann, wovon kann man dann Reden. Bitte brich es auf ein Wort runter, bei unserer doch so wortreichen deutschen Sprache.
Man kauft also etwas, wenn man es richtig gut findet, das finde ich super. Was machst Du eigentlich, wenn ein Produkt, nehmen wir mal ein Brötchen, das nicht so toll schmeckt, wie die von Deinem Allerlieblingsbäcker. Leihst Du es Dir erstmal probeweise oder gibt es da eine Widerrufsklausel beim anderen Bäcker. Wie gehst Du mit Sachen um, die Du nicht vorab probieren kannst. Klaust Du die, hast Du einen Repilikator, baust Du was aus Finn-Pappe nach? Hilf mir da mal bitte aus, weil ich da so gar nicht zurecht komme. Wie es mir scheint, hast Du da schon Erfahrung und einen Masterplan.
Welchen Schaden hast DU dabei?
Danke. Auf die Frage habe ich gewartet. XD
Der Schaden, den ich dabei hab ist der, dass jeder Hinz und Kunz sich den Kram im Netz zusammenklaut und damit auch noch argumentiert, dass das ganz einfach geht, und warum ich Geld für meine Dienstleistungen verlangen will, wo man es doch im Netz für Umme bekommt. Und das in meinem Laden bzw. in meinem Büro während des Kundengespräches. Der Auftrag kommt nicht zustande, ausser natürlich ich mache es umsonst, und das ist ja auch Werbung für mich und bringt mir die voll tollen Connections und Folgeaufträge. Ich hoffe, das beantwortet DEINE Frage.
Wenn man genau das, was Du machst, wirklich 1:1 im Netz gratis bekommen könnte (und nicht Du es dahin gestellt hast), dann wäre es ausgesprochen dreist, dafür Geld zu verlangen. Wenn das nicht der Fall ist, wovon ich ausgehe, dann hast Du offensichtlich ein Problem, Deinen Mehrwert über die nackten Daten hinaus darzustellen.
Ich arbeite zu großen Teilen mit TeX, einem Satzsystem, das seit Mitte der 1970er Jahre kostenlos für jeden im Netz verfügbar ist. Ich stelle die Software, die ich für Autoren damit schreibe, kostenlos ins Netz. Wieso verhungere ich nicht?
Hinzu kommt noch, dass kein Kunde was für Stockfotos ausgeben will, sondern mir sagen will, dass ich einfach welche aus dem Netz nehmen soll, wenn es z.B. für irgendwelche Flyergestaltungen geht oder Webseiten. Das perfide dabei ist, dass wenn der Kunde dann hinterrücks nicht legitimierten Kram auf seine Seite stellt oder in der Drucksache haben will und es zur Abmahnung kommt, er versucht mir das anzuhängen. Nett. Willst Du nochmehr Schadensfälle wissen, oder reicht Dir das als kleiner Überblick Herr/Frau HolladieWaldfee. Ich kann da noch ewig weitermachen ^^
Auf spiegel-Online ist ein Komentar erschienen, der
meiner Meinung nach die aktuelle Diskussion ein gut auf
den Punkt bring
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,825385,00.html
Ja, das spricht mir aus der tiefsten Seele.
Ich hab Recht *hihi*
Endlich. Das unterstütze ich. Du hast recht. *sfg*
So. Jetzt auch von mir hier noch mal ein paar Sätze zum Thema, das doch reichlich schwierig ist im Auge zu behalten.
a) Was ich wirklich echt nicht mehr hören kann ist die beschissene, einfach dummdreiste Argumentation einiger Leute, unter anderem auch einiger Vertreter der Piratenpartei, dass das Kopieren von irgendwelchen Werken ja nicht dasselbe sei wie Diebstahl, weil anders als im Supermarkt das Paket Nudeln nach dem Klau weg, die Datei oder das digitale Bild noch da seien. Ja klar, aber jedes kopierte Bild, dass von irgendwem zu kommerziellen Zwecken genutzt wird, ohne es zu bezahlen, entgeht dem Hersteller/Urheber des Bildes ein monetärer Gewinn und somit ein Teil der Entlohnung seiner Arbeit. Darüber herrscht ja wohl hoffentlich keine Unklarheit. Ob derjenige von seinem Lohn leben können müssen darf oder noch zuarbeiten muss, wies schon für alle Künstler (oder die meisten) immer war, steht hier überhaupt nicht zur Debatte. Auch wenn der ein oder Andere das gern hätte.
b) “Wir geben mehr für Kultur und Kunst aus als jemals zuvor.” Richtig, vor 100 Jahren gabs aber auch nur das Theater und gerade mal Kino. Die Möglichkeiten sind seitdem um einiges vielfältiger geworden und das vorhandene “meh’ Geld” verteilt sich auf viel mehr Kanäle wie Schallplatten, Theater, Kino, Spielhallen, CDs, DVDs, Games, Museen etc.
c) Ich hab’s auch schonmal woanders gesagt: Ja, mit der GEMA und anderen Verwertungsgesellschaften läuft manches verkehrt und ich selbst als zahlendes Mitglied, weil Textautor und Musiker bin auch von den Mechanismen betroffen. Es gibt wunderbare technische Lösungen, gerade in der heutigen Zeit.
Musiker können auf ihren eigenen Internetseiten ihre Musik zum Download anbieten.
Andere wie Angelika Express beschreiten innovative Wege (http://angelika-express.de/die-angelika-aktie/) um ihre Musik weiter machen zu können und bieten dann auch ihre Musik zum freien Download an.
Aber es sollte doch immer noch die Entscheidung der Künstler sein, ob ein Werk gratis verbreitet wird oder nicht. Und nicht die Entscheidung einer großen Gemeinde, because might makes right.
Erster Fehlschluss. “Ich lade mir ein paar hundert Filme runter” bedeutet nicht “Ich hätte dafür bezahlt, hätte ich sie nicht kostenlos runterladen können”
Es wurde immer wieder lang und breit darüber diskutiert inwiefern diese privaten Raubmordkopien überhaupt einen wirtschaftlichen Schaden erzeugen. Von der Verwertungsindustrie kommen unbelegte Zahlen im Milliardenbereich, von Leuten die nachrechnen kommt gerne auch mal dass der Bekantheitsgewinn durch Leute die die Inhalte sonst nicht konsumiert hätten mehr Gewinn brachte als Schaden verursacht wurde.
Fakt ist: einfach für jede Kopie anzunehmen dass dir jemand was weggenommen hat funktioniert einfach nicht.
Und du hättest jetzt gerne was? Dass ich meinen Kulturkonsum zurückfahren muss und nur noch die wichtigsten 10 Künstler konsumiere, dafür diese richtig gut bezahle? Oder hättest du lieber dass ich jetzt mein ganzes Geld in deine Kunst stecke. Es gibt einen Maximalwert den Leute für Kultur ausgeben können und ich würde behaupten dass dieser permanent erreicht war/ist. Oberhalb diesen ist es weniger eine Frage ob jemand mehr Geld ausgibt sondern nur noch eine Verteilungsfrage und eine Frage welche Menge Kultur dafür konsumiert wird.
Praktisch sehe ich bei mir persönlich wie das funktioniert. Ich habe gegen 95-98 tatsächlich einige Musik-CDs pro Jahr gekauft, danach wurde es für mich einfach praktikabler MP3s von CDs (aus Bibliothek/von Freunden) zu rippen und auf meinem MP3-CD-Player direkt abzuspielen.
Heute verzichte ich größtenteils sogar auf Privatkopien (die immer noch nicht illegal wären) sondern konsumiere zu sehr großen Teilen CC-Musik und den Rest der Zeit höre ich Internet-Radio-Streams.
Was ich jedoch nicht tu: Mehr Musik kaufen, weil ich weniger kopiere. Das sind schlicht unabhängige Werte.
Wie ich bereits mehrmals aber gesagt habe: die Diskussion ziellos über “DAS URHEBERRECHT” zu führen, bringt nichts. Wir werden nie zu dem Ergebnis kommen “Das Urheberrecht ist böse”, genauso wenig wie wir das Gegenteil erreichen werden. Man muss sich halt erstmal klar werden über welchen Teil der sehr vielen Rechte an geistigem Eigentum man reden will und dann kann man diskutieren.
Hat das irgendwer bestritten? Zeig mir die Textstelle!
Was hingegen zu überlegen wäre, ist die Frage wie du verhindern willst dass jemand deine “Kunst” kopiert.
Sicher, du kannst den Aufwand erhöhen oder darauf hoffen dass die Leute deinen Willen respektieren, aber es wird verdammt schwer das verpflichtend durchzusetzen. Momentan kenne ich genau eine todsichere Methode: veröffentliche deine Inhalte nicht.
?
Uff X____X eigentlich wollt ich auch mal ausführlich meinen Senf zu dem Thema geben und hatte die ganze Zeit schon überlegt, wie ich das sinnvoll zusammenfasse, aber jetzt wo ich mich durch den Wust an Kommentaren hier gekämpft habe bin ich doch erschlagen und von einigen Meinungen schon… entsetzt… :-/ Darüber hinaus sollten alle hier im Auge behalten, dass die Diskussion derart komplex ist, dass sie mit ein paar Kommentaren (okay ein paar mehr Kommentaren
) nicht richtig zu führen ist. Meiner Meinung nach gibt es außerdem viele Probleme aber nicht DIE EINE Lösung… wenn schon, dann eher viele Lösungsansätze in verschiedenen Richtungen.
Aber wie gesagt, das erschlägt mich gerade hier absolut…
Wo darf ich das unterschreiben ^^
Morgen gibt’s übrigens wieder einen neuen Comic. Gratis.
Viele interessante Ansichten und Denkweisen.
Ich hab da noch ein paar Fragen :
Wenn ein Kunde sich beraten lässt und dann im Inet kauft, weil es da billiger ist, hat er mir dann meinen Service geklaut ?
Wenn Kinder nicht mehr lernen wie man mit einem Lexikon umgeht, weil man es ja viel schneller im Inet nachschauen kann, ist das ein Lernerfolg?
Wenn Leute keine Landkarten mehr lesen können, weil der Navi ja alles weiß ist das gut oder schlecht ?
und
wer hat dann Schuld wenn besagte Leute in einen Fluß fahren, weil der Navi keine Fähre angekündigt hat.
@laburrini
Danke für die kostenlose Unterhaltung jede Woche, wenn du einen Comic über den Buchhandel rausbringst, werde ich ihn mir garantiert kaufen und ihn auch in meinen Laden legen.
“Wenn ein Kunde sich beraten lässt und dann im Inet kauft, weil es da billiger ist, hat er mir dann meinen Service geklaut ?” Finde ich persönlich nicht, ich bezahl ja wenn ich was bei Dir kaufen würde den Service mit. Ich halte es da andersrum: Ich informier mich vorab zum Beispiel bei Amaxxx oder einem anderen Inet-Versender und kaufe meine Bücher grundsätzlich beim lokalen Buchhändler.
!!!
“Wenn Kinder nicht mehr lernen wie man mit einem Lexikon umgeht, weil man es ja viel schneller im Inet nachschauen kann, ist das ein Lernerfolg?” Interessante Frage; ich finde es einen Lernerfolg wenn Kinder den Unterschied kennen und kritisch zu hinterfragen wissen, was sowohl im Lexikon ODER im Internet zu finden ist.
Wenn keiner mehr eine Landkarte lesen kann, finde ich das einen kulturellen Verlust, durchaus.
Letze Frage:
Anmerkung meinerseits: @laburrini hat einen Comic rausgebracht, der auch über den Buchhandel zu haben ist. 92 Seiten HC beim Zwerchfell Verlag. “Das Leben ist kein Ponyhof” (ISBN 10: 3928387952 / ISBN 13: 9783928387958 )
Ups
Ist aber im aktuellen VLB nicht gelistet, da habe ich extra nachgeschaut, aber dann erfülle ich natürlich mein Versprechen.
Achja und ich meinte natürlich keine Bücher, die haben ja gebundene Ladenpreise (und das ist auch gut so), sondern beispielsweise Schulranzen. Da ist das dann besonders schmerzhaft, wenn man mit Anprobe, Aussuchen und Beratung ne gute halbe Stunde investiert hat und einem der Kunde dann ne Woche später freudestrahlend erzählt im Inet wäre er 20€ billiger und er hätte ihn da gekauft.
Bei Büchern hab ich eher das “Kopierproblem”:
Hat sich vor 5 Minuten ereignet :
Ich brauche aus diesem Buch nur die Bauanleitung, kann ich die nicht kopieren ?
- Nein, tut mir leid das geht nicht !
Kunde (beleidigt) : Dann eben nicht, ich kauf doch nicht ein ganzes Buch wegen einer Bauanleitung !
Gnaaaa
Ja, Kunde. Dann kannst Du eben die Bauanleitung nicht haben. Fertig.
Du kannst in der Bibliothek kopieren gehen.
In den Laden gehen und fragen, ob man es kopieren darf, das ist groß und zeugt von einiger Ignoranz.
Wer ansonsten das Buch zum Beispiel gern mit Signatur erstehen möchte, der kann das direkt bei mir auf http://www.kwimbi.de/Kuenstler/Sarah-Burrini/ tun. Wer möchte sogar mit zusätzlicher Skizze und Druck.
Will ich gerade nicht, aber hier hängen ein signierter Ngumbe und ein signierter Strip an der Wand. Ich will hier mal ausdrücklich Deine Dienstleistungsqualität loben: der Strip war ein bißchen streifig; ich habe das in irgend einer Mail im Nebensatz erwähnt, und Du schicktest mir umgehend noch einen Druck, einfach so. Das ist großartig! Das ist der Kern dessen, was Du an Mehrwert lieferst. So funktioniert Dienstleistung.
Nun kann und will aber nicht jeder sich Drucke, Kühlschrankmagnete, sonstwas kaufen. Warum genau gibt es auf sarahburrii.com keinen Flattr-Button, mit dem man Sarah einfach mal so was zukommen lassen kann?
Jibbet! Und zwar direkt unter dem Blogeintrag.
Ich seh’ da nix … hmm, muß mal meine Flashscriptbannersonstwasblocker durchgehen … grummel …
Achja, kann ich ja ruhig mal sagen: Die Zeichner, die bei Kwimbi ihre Produkte anbieten, werden von mir mit 25% am Nettopreis “ihrer” Artikel beteiligt, die ich produziert habe.
Ganz wichtig!!! Weil es mir gerade auffällt. Irgendjemand hat sich “das Leben ist kein Ponyhof” als Marke eintragen lassen (www.dpma.de), Überprüfung läuft gerade. Da solltest du vielleicht mal ältere Nutzungsrechte angeben, damit dir nicht in Zukunft eine Klage ins Haus steht, weil du den Spruch immernoch verwendest.
Sehr lieb von Dir, danke für den Hinweis, ich habs schon von Anfang an mitbekommen. Erst mal Entwarnung: Der Typ hat sich nur die Rechte für den Bereich “Bekleidung” gesichert, d.h. mein Comic ist erst mal NICHT gefährdet. Es handelt sich auch offenbar um ein Fehlurteil des DPMA, bei dem das letzte Wort noch nicht gesprochen ist…;)
guuuuut =O)