Inzwischen schon zum 16. Mal fand vor ein paar Tagen im schönen Örtchen Luzern das Comic-Festival Fumetto statt!
Da sich mir in diesem Jahr die Gelegenheit gab dort bei einer sehr netten Freundin unterzukommen liess ich es mir nicht nehmen dieses Mekka für Kunstcomics- Fans auch einmal aufzusuchen-

Ich kann wohl mit grösster Überzeugung sagen, dass dieses Festival ANDERS ist als alle anderen Festivitäten, die ich je im Comicbereich erlebt habe.
Es gab weder den berühmten blässlichen Comic-Sammler, der panisch nach der fehlenden Ausgabe seiner Batman-Beyond-The-Moon- Anthologie suchte, noch gab es Batman oder die dazugehörige Grabbelkiste nach deren Berührung man sofort einen öligen Film über den Fingern spürt.
Dafür gab es einen hohen Frauenanteil (sogar Zeichnerinnen *gasp*!!), ein hohes Niveau bei den gezeigten Ausstellungen und ein breites Sortiment an Comic- Kisten aus denen ein ganz wunderbar nach Eigenfinanzierung duftender Geruch strömte…
Die verschiedenartigsten Ausstellungen waren über die Stadt verteilt, so dass man ganz wash&go-mäßig nicht nur Kunst, sondern auch alte Gemäuer sehen konnte. Und wenigstens damit kann man die Verwandschaft zu Hause dann ja beeindrucken.

Die abendliche Rahmenveranstaltungen bekamen ihre ganz eigenen Noten durch die musikalische Leitung von Jim Avignon aka Neo Angin Neo Angin, der sich anscheinend dachte, dass er und seine Avantgardisten-Kumpels (Frau Kraushaar, Monsieur MoRio, Felix Kubin, Nova Huta etc.)über den allgemeingültigen Wunsch nach Unterhaltung erhaben seien.
Verstörung und Irritation durch die Musik und den dazu abgestimmten Filmen führten bei mir nach 3 Abenden zu einer Clockwork Orange-mäßigen Verfassung, die ich aber leider aufgrunder platter Füsse nicht mehr ausnutzen konnte.
Macht aber nichts, es ist Avantgarde. Da darf man sich nicht zurücklehnen und wohlfühlen.

Nichtsdestotrotz gab mir das Festival neue Impulse und ich hoffe, dass meine Mainstream- Seele diese nicht abblocken wird.
In dem Sinne,
freut Euch des Frühlings!!!