Ciao ragazzi,

danke meiner fantastischen Gastcomiczeichner habe ich etwas Luft, um ein wenig von meinen Erlebnissen bei der diesjährigen “Lucca Comics&Games“- Messe zu berichten.

Erst einmal kann ich ganz uneingeschränkt berichten: Es war überwältigend!!!

Die Stadt an und für sich ist ein dermassen wunderschöner Ort, dass es einem Großstadtkind wie mir nur die Tränen in die Augen treiben kann. Auch die unmittelbare Umgebung, wie das wenige Minuten entfernte Pisa (RyanAir- Standort!) , sowie Florenz und überhaupt die Toskana generell sind ein sehr inspirierendes Erlebnis. Das komplett unterschiedliche Verständnis vom Lieben Gott, was den Herbst in Italien angeht und den Herbst in Deutschland wurde mir auch sofort klar. Kein grauer verhangener Himmel, dessen Regenkanonaden einem den letzten Funken sommerlicher Euphorie ausschwemmen. T-Shirtwetter, farbige Landschaften und sehr gute Gründe wieder die Sonnenbrille aufzusetzen (obwohl Italiener dafür oft nicht wirklich einen Grund brauchen.):)

Soviel zur Umgebung. Nachdem ich mich nach einer längeren (natürlich selbstverschuldeten) Odysee in der Jugendherberge noch mal schnell ausruhen konnte, ging es auch schon zum Auftakt der “Project WorkShow“. Meine Kusine Camilla und ich hatten unser Comicprojekt eingereicht zur kurzfristig ausgerufenen “Project Workshow” und konnten neben 14 anderen Teilnehmer daran teilnehmen. Diese WorkShow wird von der italienischen Regierung finanziert, Veranstalter ist die Firma Atlantyca.

Atlantyca kümmert sich u.a. um Lizenzen bereits bestehender Produkte oder entwickelt eigene Konzepte, die sie an internationale Verlage verkauft. Ihr grösstes Aushängeschild ist Geronimo Stilton, welches auch in Deutschland erscheint, leider nicht mit demselben enormen Erfolg (hier ein interssanter Artikel dazu.).

Der Autor Pierdomenico Domenico führte uns betreuend durch die Seminare, die sich hauptsächlich mit dem Geschichtenerzählen befassten, aber auch mit der professionellen Konzeptionierung eines Projekts. Highlights waren für mich sicherlich die Vorträge des Kreativ-Teams Michael Moorcock und Robert Gould, sowie die Präsentation des fantastischen Illustrators Donato Giancola.

Im Laufe der Seminare wurde klar, dass nur 2-3 der von den Teilnehmern entwickelten Projekte mit Hilfe von Atlantyca gefördert würden, um sie Verlagen vorzustellen. Da Atlantyca aber über keinerlei Kontakte zu Comicverlagen verfügt, hat man uns nahegelegt Lightning für ein anderes Medium zu entwickeln. Warum man dann überhaupt Comic- Projekte angenommen hat, bleibt wohl die grosse Frage. Wir warten jetzt erst mal ab, bis sich die Firma wieder mit uns in Kontakt setzt. Im nächsten Jahr wird Camilla für ein neues narratives Seminar im Februar erneut nach Lucca kommen, ich für den illustrativen Part im Mai.

Wir hatten aber auch interessante Gespräche mit anderen Verlegern und Agenten, bei denen wir die gewünschte konstruktive Kritik bekommen haben. Jetzt sind wir hochmotiviert, machen Produktionspläne und arbeiten weiter an Details. Insgesamt hat uns unser Ausflug nach Lucca also sehr gepusht. Schade war es nur, dass wir nicht mehr Zeit dazu hatten uns die zahlreichen Ausstellungen und das wirklich grossartige Cosplay zu bewundern.

Beim nächsten Mal…:)

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