Chapter: Das Leben ist kein Ponyhof

Open World

Moin moin!

Nun, jetzt ist es passiert und ich musste das Spiel besorgen für meine, äh, Mitbewohner (hust, hust). Was soll ich sagen, Comiczeichnerin sein ist so abenteuerlich, da brauche ich mal ein wenig Entspannung im Wilden Westen…

Großen Dank an Ines, die wieder einspringen konnte für die Koloration!

Ihr könnt uns am Freitag übrigens auch LIVE erleben, und zwar signieren Ines und Mario von Katzenfuttergeleespritzer in der Whitebox in Langenfeld. Wir freuen uns auf Euuuch!

Selbstregulierung

Helloooo Crew!

Der aktuelle Comic wurde inspiriert durch ein Zitat von Moritz Bleibtreu, der “das Internet am Liebsten abschaffen würde”. Nach dieser Clickbait-Headline kamen dann im Artikel auch ein paar konkrete Punkte zur Sprache, die nicht ganz so “old man yelling at cloud”-mäßig zu verstehen waren. Aber na ja..

Offensichtlich gibt es auch deutliche Vorteile durch das Internet. Als Webcomiczeichnerin, die diesen Comic gerade auf Patreon hochlädt und damit ihre Miete bezahlen kann, wäre es auch schön blöd das Gegenteil zu behaupten. Auf der anderen Seite wäre es auch naiv zu sagen, dass sich durch das Netz nicht bestimmte neue Probleme aufgetan haben. Oder alte Probleme im neuen Gewand. Aber so oder so: Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen und das Internet wird nicht abgeschafft. Mit den neuen Problemen werden wir uns einfach auseinandersetzen müssen.*insert Deal With It-Gif*.

A propos Zeit: Am nächsten Samstag schon werde ich zusammen mit meinen Webcomic-Duderinos (burrinisch für: Kollegen) auf der Intercomic sitzen und nicht nur Nerd Girl signieren, sondern auch das Jahrbuch des “Interessenverbands Comic”, welches ein mehrseitiges Interview mit mir enthält, das der großartige Ralf Marczinczik mit mir geführt hat. Hier seht Ihr das unglaubliche Cover dazu, was er mit Figuren gestaltet hat, die Euch vielleicht bekannt vorkommen. :3 …Und er wird auch da sein und es signieren! Ich war wirklich sehr überwältigt davon so viel Platz im Jahrbuch zu bekommen und Ralfs Interview war ein sehr in die Tiefe gehendes Gespräch. Wahrscheinlich ist diese plötzliche Aufmerksamkeit doch eine Folge des Max- und Moritzpreises. Das macht mir irgendwie klar, was für ein verrücktes Jahr das bis jetzt war…

Okay, bevor’s gefühlsduselig wird, wünsche ich Euch ein bezauberndes Wochenende! ^___^/

Hybris

Hallo knallo!Heute mal wieder was Selbstreferenzielles, sonst wär’s nicht mehr der Ponyhof.

Dass das “humoristische Stilmittel Selbsterniedrigung” auch seine negativen Effekte hat, war mir schon immer klar. Schon zu Zeiten Eulenspiegels (nein, ich vergleich mich jetzt nicht mit ihm, aber dit is halt dit einzige Beispiel, wat mir jerade einfällt, wat soll ick tun?!) gab es die Schwierigkeit, dass das Publikum den vorgehaltenen Spiegel nicht wahrnahm und stattdessen den Narren einfach nur als Narren sah. Es wäre komplett arrogant die Schuld dafür beim Publikum zu suchen, denn “Kunst machen” bedeutet Kommunikation und in der Kommunikation sind Missverständnisse normal.

Insofern hab ich es immer in Kauf genommen für ungeschickt, impulsiv, irrational usw. gehalten zu werden, weil mein Comic Alter Ego sich oft auf diese (vorhandenen) Charakteristiken von mir konzentriert. Und es gibt natürlich auch Leser, die trotzdem nicht denken, ich wäre die absolute Flasche. :)

Ich wurde allerdings, wie so einige Andere auch, etwas hellhöriger diesem Thema gegenüber als ich das Stand Up-Special Nanette von Hannah Gadsby schaute. Bei näherer Beschäftigung mit dem Thema las ich, dass “self-deprecating humor” in früheren Zeiten besonders im Humorbereich oft die einzige akzeptierte Humorform war, wenn es um “Comedy von Frauen” ging. Weil, überspitzt formuliert: Sich selbst klein haltende Frauen immer besser als die mit Selbstbewusstsein, die uns frech kommen. Rückblickend kann ich sagen, dass ich im Ponyhof gerade in den frühen Jahren zu oft auf mir selbst rumgehackt habe. Besonders die mich selbst “fatshamenden” Comics sind etwas, was ich heute vermeiden würde. Das ist auch kein Signal, das ich an andere Frauen (und Männer) senden möchte.

Aber es wäre verwunderlich, wenn ich nach fast 10 Jahren Webcomics zeichnen nicht auch Strips veröffentlicht hätte, die ich heute bereue. Ich kann nur versuchen daraus zu lernen und diese Fehler zu vermeiden. Wahrscheinlich um dann neue zu machen, aber das gehört leider zum Prozess.

Natürlich wird sich deshalb nicht mein Humor verändern. (Diese Erkenntnis ist sowieso schon Monate alt). Ich werde immer noch einen Balanceakt zwischen “Ich nehme mich nicht zu ernst” und “Diese Thema sollte ich anders behandeln” halten. Ich hoffe, dass ich dabei nicht zu oft umfalle. :D

Und damit genug der Nabelschau! Ich wünsche Euch schon mal ein kuscheliges Herbstwochenende! ^___^

Überflieger

Disclaimer: Der Comic und folgender Text entstanden vor der Buchmesse.

Moin moin!

Heute war eigentlich ein anderer Comic in Planung, aber MANCHMAL wird man eben unmittelbar inspiriert. Zum Beispiel, wenn ein geschätzter Journalist (der auch öfters über Comics schreibt) von der FAZ in seiner Kolumne, die “offensichtliche Benachteiligung” von rechten Verlagen auf der Buchmesse schreibt und weiterer von mir sehr geschätzter FAZ-Journalist diesem auf Twitter zustimmt.

Warum mich das so aufbringt? Nun, da gibt es mehrere Faktoren.

1) Zum Einen ist mir nicht ersichtlich, weshalb es eine Meinungsunterdrückung dieser Verlage darstellt, wenn deren Stand nicht zentral in der Buchmesse positioniert ist. Wer auch immer ihre “Meinung” hören will, kann dies immer noch tun. Selbst, wenn sie von der Buchmesse verbannt würden, hätten sie immer noch genug Plattformen auf denen man ihre Theorien nachlesen kann. Es gibt genug andere Verlage, die sich Jahr für Jahr mit ihrer ungünstigen Platzierung auf der Buchmesse begnügen müssen. Um deren “Meinungsfreiheit” scheint es nicht so wichtig bestellt.

2) Mit diesem Artikel reproduziert Herr Platthaus exakt den Opfer-Mythos, den der betreffende Verlag schon seit letztem Jahr in den Umlauf bringt. Sie benutzen dabei die Wortwahl “ins Ghetto abschieben”. (Die Aneignung von Vokabular, welches in anderen Zeiten Menschen gegolten hat, die von Rechten verfolgt und umgebracht wurden aufgrund einer Ideologie, die in diesem modernen rechten Verlag in Buchform propagiert wird, ist besonders perfide). Somit bietet der Artikel einen fruchtbaren Nährboden für das rechte Opfer-Narrativ und was ich noch viel schlimmer finde: Die “bürgerliche Mitte” seiner Leserschaft wird ihm zustimmen, denn alles, was sie liest, ist “Natürlich muss Meinungsfreiheit für alle gelten!”. Ein weiterer kleiner Stupser in die rechte Richtung für Unentschlossene.

3) Rechte Inhalte, so wie sie der betreffende Verlag veröffentlicht und so wie sie von Gastrednern (Björn Höcke, Pirincci, Anhänger der “Identitären Bewegung”) herumposaunt werden, sind nicht notwendigerweise eine “Meinung”. Sie wird als solche getarnt, als “Diskussionsanreger”. Alles, was ich sehe, ist ein trojanisches Pferd gefüllt mit Hass, (verbaler) Gewalt und narzisstischem Machtbestreben. Als Mittel zum Zweck gerne ausgetragen auf dem Rücken von Minderheiten…

4) …Was mich zum letzten Aufreger bringt: Im letzten Jahr bekam die ComicSolidarity, eine Gemeinschaft aus Comiczeichner*Innen einen Stand auf der Buchmesse. Auch linke Verlage und die AMadeo-Antonio-Stiftung wurden dort positioniert. In unmittelbarer Nachbarschaft des rechten Verlags frei nach dem Motto: Was soll schon schief gehen? Man versprach sich davon wahrscheinlich, hier ein buntes Gegengewicht zu schaffen. Aber so einfach funktioniert das nicht. Diese wunderbare Mähr von der “sachlichen Auseinandersetzung” und dem kunterbunten Frühlingsfest der konträren Meinungen wird auf dem Rücken derer ausgetragen, die die unentwegte Zielscheibe für die Diskriminierung von rechter Seite darstellen. Menschen mit anderer Hautfarbe, Frauen, Mitglieder der LGBTQ (und viele andere) hatten erhöhten Blutdruck. Aus Angst. Laut Berichten von Kollegen mussten sie im Dauerfeuer die verbale Gewalt aus der Nachbarschaft aushalten. Aber hey, jetzt bleibt doch gefälligst cool, wenn diese Typen Euch am Liebsten all Eure Rechte absprechen würden, wenn sie an der Macht wären. Oh, Ihr haltet unsere total sachlichen Argumente nicht aus? Dann müsst Ihr wohl “gewalttätige Linke” sein! Am Ende kam es wie es kommen musste und so griffen Mitglieder der ComicSolidarity ein bei einer Ausschreitung ein, nachdem ein benachbarter Verleger einen verbalen Zwischenruf tätigte. (Und, ganz nebenbei: Der Faustschlag kam von einem Fan der rechten Rhetoriker, nur fürs Protokoll für Herr Bahners). Ganz ehrlich: Keine 10 Pferde würden mich dort hinkriegen. Und meinen Freunden/Kollegen möchte ich das auch nicht zumuten.

Die Inklusion von Gewalt, ist die Exklusion derer gegen die sich diese Gewalt richtet.

Und, damit das nicht vergessen wird: Sie hatten ihren Stand auf der Buchmesse. Nur halt keinen mittendrin. Deal with it.

Aufregung beiseite, Euch wünsche ich natürlich noch ne schöne Woche! ^_^

Kleine Gespräche

Moin moin Ihr Lieben!

Heute gibt’s mal wieder einen Ponyhof aus der Rubrik “Soziales”. 🙃

Ausserdem hier nach längerer Zeit ein kleiner Hinweis auf meinen Patreon-Auftritt (mir wurde gesagt, ich bewerbe ihn nicht offensiv genug), wo Ihr den neuesten Ponyhof schon am Freitag bekommt und sich im Bonus-Feed ein paar Extras wie Wallpaper und Making Of’s verstecken.

Und noch ein kleiner Hinweis an alle Kölner und im Umland lebenden: An diesem Sonntag, dem 14.10. werde ich den Jungs bei Anytime Late Night auf der Bühne Gesellschaft leisten. Hinterher signiere ich auch noch ein bisschen das aktuelle Nerd Girl-Heft. Ich freu mich, wenn der/die ein oder andere mich dort besucht.

Schöne Wocheee!!!