Wenn man kreativ war…

“Viel Glück, Kleiner!” raune ich dem neuesten Comic zu während ich ihn auf Facebook, Twitter und Insta schubse.
Auf Facebook ist er zunehmend irritiert, weil zwar viele Leute da sind, aber nur die Wenigsten mit ihm spielen wollen. Auf Insta ist es ähnlich, dort muss es sich aber erst ein paar Tage rumsprechen, dass er auch da ist. Auf Twitter gibt es am Meisten spontane Freundschaften, die dann aber ebenso schnell wieder verfliegen.

Und das ist okay.
Meine Klickzahlen sind für mich echt nicht wenig und eine andere Frage ist sowieso für was Klickzahlen überhaupt aussagekräfig sind.
Gerade wird ein anderes Thema viel diskutiert und zwar die “Sichtbarkeit” auf Social Media. Die teuflischen Algorithmen bleiben eines der wenigen Mysterien dieser Zeit, denn keiner entdeckt einen anderen Ansatz als “man muss dauernd das Gleiche posten und am Besten ohne Unterbrechung, dann sehen einen mehr Leute”.
Das beisst sich für manche Kreative, die in der neoliberalen “höher, schneller, weiter”-Spirale of Burnout in die Schublade “Content Creator” einsortiert werden oft mit dem eigenen Qualitätsanspruch und einer gesunden Lebensgestaltung. Kreativität funktioniert so halt nicht, Ihr Silicon Valley-Wurstbrote!

Und so funktioniert das Bewerben von Werken eigentlich ähnlich wie in früheren Zeiten auch.
Kapitalistische Plattformen nutzen ihre Stellung als Vermittler zwischen Kreativen und Publikum aus, indem sie versuchen Kreativität zu automatiseren. Wenn man auf Social Media gesehen werden will, muss man sich also immer um Sichtbarkeit bemühen. “Entdeckt zu werden” (was auch immer das heisst), ist nicht unmöglich, aber damit fest zu rechnen ein Spiel, das enttäuschend enden kann.

Wir Kreative sollten in erster Linie die sich immer ändernden Spielregeln im sogenannten Aufmerksamkeitsökonomie – Game kennenlernen und dann selbst herausfinden, ob wir “Hater oder Player” sein wollen.
Ich für meinen Teil versuche mich nicht so zu stressen und die Balance zwischen den beiden Positionen zu finden.
But that’s just me.

Und jetzt verabschiede ich mich von diesem spontanen Essay (wtf, ich wollte doch nur ein paar Zeilen zum Comic schreiben) und wink Euch!

Eure Sari

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