Schlagwort: herr piepenbrock

Sonnenschein

Hi!

Man merkt, dass ich mit meinem aktuellen Strip eine Woche hinterherhinke. Es ist gerade nicht so einfach tagesaktuelle Comics zu machen, die Ereignisse überschlagen sich ja leider regelrecht.

Die Mär von den alternativen Fakten bleibt allerdings noch länger bestehen. Eigentlich könnte man sich ja freuen über die vielen “Alternativen”, die Einem in letzter Zeit so angeboten werden. Statt alternativen Energien oder alternativer Musik gibt es jetzt sogar alternative Fakten oder eine alternative Partei für Deutschland. Leider ist das eigentliche Angebot, was sich darunter verbirgt dann doch eine hohle Mogelpackung und alles, was üblich bleibt von diesen kreativen Wortschöpfungen sind die üblichen Widersprüche des “Neusprech “.

Now to something completely different: Diese Woche biete ich übrigens noch eine, äh, Alternative, zu einem aufwendig gepinselten Porträt. Unter allen +2$-Patreon-Unterstützern verlose ich einen Gastauftritt Eures Antlitzes auf dem letzten Panel des nächsten Nerd Girl-Comics (wie Ihr unten seht). Es wird keine detaillierte Karikatur, sondern eher eine “Burrinifizierung”, d.h. ich werde Euch in meinem gewohnten Stil in Porträtgröße als heißgetränkspuckenden Statisten einbauen. Die Verlosung gilt bis zum 1.2., 23:59 Uhr und ich werde den Gewinner dann anschreiben (achtet also bitte darauf eine gültige Mailadresse zu hinterlassen). Als +2$-Patreon-Unterstützer nehmt Ihr automatisch an der Verlosung teil.

 

Hiermit wünsche ich Euch noch eine schöne Woche und… Vertraut nicht jedem kleinen roten Vogel mit Schirm…

 

 

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Satire

Hallo Ihr alle,

wie so oft wurde dieses launige Zwiegespräch zwischen Ngumbe und Herr Piepenbrock inspiriert durch einen realen Debattenverlauf, den ich in letzter Zeit beobachte.

Es ist jetzt rund ein Jahr her, dass die Anschläge auf Charlie Hebdo stattfanden und damit unter Anderem eine Diskussion zum Thema “Satire” in der Öffentlichkeit ausgelöst wurde. Auseinandersetzung ist wichtig, dachte ich damals und das denke ich auch noch heute. Doch nach einem Jahr sehe ich auch, dass bei Vielen aus dieser Debatte eher das Oberflächlichste hängengeblieben ist.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass es  in Kommentarfeldern zu bestimmten Cartoons, Videos, Artikeln u.ä. zu Streit über den Inhalt kommt. Immer häufiger lese ich, dass Kritikern der Satz “Satire darf alles!” entgegengehalten wird.

Und mit dieser pauschalen Anwendung des Zitats habe ich ein Problem. Ein Definitionsproblem.

Zunächst ist es für die Gültigkeit des Zitats wichtig zu überlegen: Ist das, worüber wir hier sprechen überhaupt Satire?

Dafür schauen wir uns die Definition von “Satire” einmal an.

Wikipedia  sagt “Satire ist in der älteren Bedeutung des Begriffs eine Spottdichtung, die Zustände oder Missstände in sprachlich überspitzter und verspottender Form thematisiert.”Laut Duden ist Satire:

Kunstgattung (Literatur, Karikatur, Film), die durch Übertreibung, Ironie und [beißenden] Spott an Personen, Ereignissen Kritik übt, sie der Lächerlichkeit preisgibt, Zustände anprangert, mit scharfem Witz geißelt.

Nehmen wir nun z.B. diesen YouTuber, der vor einigen Monaten in einem Video aufforderte alle streikenden Lokfahrern im Konzentrationslager zu vergasen. Übte er also auch eine “Geißelung mit scharfem Witz”?

Zur Klärung hilft es hierbei auch heranzuziehen, was Satire NICHT ist. Nicht umsonst gilt in Deutschland der Straftatbestand der “Volksverhetzung”, verwandt mit dem Englischen “hate speech”, Hassrede.

Laut Wikipedia bezeichnet diese “sprachliche Ausdrucksweisen von Hass mit dem Ziel der Herabsetzung und Verunglimpfung bestimmter Personen oder Personengruppen. Der Begriff wird nicht immer gleich weit gefasst: So wird oft das Ziel der Hassredner, die Verunglimpften auszugrenzen oder sogar Gewalt gegen diese auszuüben, in den Vordergrund gestellt.”

Und genau aus diesem Grund wurde gegen den YouTuber polizeilich ermittelt. Nicht wegen Satire, sondern wegen Volksverhetzung und Beleidigung.

Der nächste Punkt betrifft den Kontext des Zitats von Tucholsky. Das Zitat aus seinem längeren Manifest “Was darf Satire?” stammt von 1919. Satirezeitschriften konnten zu Zeiten der Weimarer Republik zensiert und angezeigt werden, oft wurden Gefängnisstrafen verhängt, die Künstler waren der Willkür einer konservativen Staatsgewalt ausgesetzt. Später mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden regimekritische Künstler u.a. in Konzentrationslagern ermordet.

Glücklicherweise ist das 2016 in Deutschland nicht der Fall. Wir leben in einer Demokratie in der ein Künstler sich satirisch äussern kann und ich kann ihn dafür kritisieren, ob ich seine Äusserung z.B. rassistisch oder anders unangebracht halte. Beides fällt unter Meinungsfreiheit.

Und das ist für mich ein wichtiger Punkt. Kritikern eines Werks pauschal “Satire darf alles!” als Abwehr zur Kritik entgegenzuschleudern schadet der Kunst der Satire letztendlich mehr, als sie ihr nützt. Die Anwendung des Zitats ist aus oben genanten Gründen oft am Punkt vorbei, sie will eine Diskussion beenden, anstatt sich mit dem Inhalt oder einer gegensätzlichen Sichtweise auseinanderzusetzen.

Satire muss sich austesten und Satire muss sich weiterentwickeln. Und dafür braucht es die kritische Auseinandersetzung. Es braucht keine immergleichen Floskeln, die uns in einem zurechtgelegtem Weltbild wiegen. Wollen wir ernsthaft diskutieren, müssen wir uns immer neu mit jedem Werk auseinandersetzen.

Satire darf alles. Auch kritisiert werden.

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What Does The Bird Say?

Moin moin und hallo!

Ich hoffe Ihr hattet ein entspanntes Wochenende. Meins war gezeichnet von Brett- und Kartenspielen, so konnte ich mit Freunden endlich Descent ausprobieren. Descent ist ein Fantasy-Brettspiel, in dem ein paar Spieler die Helden spielen, die gegen einen anderen Spieler antreten, der den bösen Overlord verkörpert. Dabei kann man das Spielbrett für verschiedene zusammenhängenden Abenteuer umbauen, die man im Laufe einer Kampagne spielen kann. Die Spieler gewinnen dabei an Gold und Erfahrungspunkten, die sie in die nächste Spielrunde mitnehmen können. Es hat also etwas rollenspielartiges. Dabei gibt es beeindruckend detaillierte und kleinteilige Monsterfiguren (die der Heidelberger Spieleverlag ruhig vorsichtiger hätte verpacken können:P) und jede Menge anderer Kleinkrams. Die Regeln sind komplex, aber nicht unverständlich (jedenfalls, wenn man sie sich aufmerksam durchliest, hüstel). Ich habe die erste Edition nie gespielt, aber ich muss sagen, dass ich enormen Spaß an dieser Neuauflage hatte und mich schon auf die nächste Partie freue. :) Also eine dicke Empfehlung von mir.4kt0w

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