Herzlich willkommen wieder mal bei Dr. Burrinis Making Of- Stunde. Heute möchte ich Euch etwas zum Thema Background Design zeigen.

Astrum Noctis soll, wie schon erwähnt in einem Eliteinternat in der Schweiz spielen. Dieses war früher mal eine Abtei und liegt auf einem Hügel in der Nähe der Stadt Genf.

Bevor Ihr jetzt zu Googlemaps rüberklickt, kann ich Euch verraten, dass es diese Abtei nicht gibt. Man kann sich natürlich stark an der Realität orientieren, wenn man will, aber dieser Comic ist immer noch fiktiv. Es besteht keine Notwendigkeit 1:1 die Realität nachzuzeichnen. Den Standort der Abtei habe ich also erfunden.

Wonach ich wirklich länger gesucht habe, ist eine Abtei, die mich inspiriert. Mir fehlen leider die architektonischen Fähigkeiten selber mal schnell eine zu entwerfen, aber zum Glück haben das ja schon ein paar Leute vor mir getan. Hier ein paar Abteien, die ich mir angeguckt habe.

Kloster Lucedio in Piemont (da wo die krassen Kirschen herkommen), bekannt für zahlreiche Spukgeschichten

Kloster Bebenhausen in Badem- Württemberg

Abbazia Monte Oliveto in der Toskana

Palazzo Ducale in Urbino

Irgendeine Abtei aus dem Computerspiel “Die Abtei”

Ja, man nimmt wirklich ALLES für seine Inspirationen. Selbst zum x-ten Mal “Der Name der Rose” zu gucken, gehört dazu. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich letztendlich nicht die eine perfekte Abtei für meine Geschichte finde und deswegen Elemente aus den Abteien kombiniere. Danach habe ich mich an Inspirationsskizzen gesetzt. Dabei habe ich Details aufgezeichnet, sowie einen fiktiven Lageplan zur Orientierung. Auch wenn ich die Zeichnungen so nicht im Comic verwende, helfen sie mir ein Gefühl für die Umgebung zu bekommen.

Irgendwann habe ich mich an einen detailreicheren Entwurf gesetzt und Elemente kombiniert. Dabei habe ich die Statue des Grafen Dénoirdieu, der in der Vergangenheit des Klosters eine entscheidende Rolle spielt in den Klosterhof positioniert. Das war BEVOR ich mich mit den Geheimnissen von Perspektive auseinandergesetzt habe. Ich hatte das Gefühl, dass ich noch nicht wirklich weiß, was ich tue und  Fluchtpunkte und Horizontlinie in fröhlicher Anarchie ein wildes Festchen auf dieser Zeichnung feierten. Mehr als anderthalb Jahre später habe ich endlich ein paar Comicseiten mit der Abtei gezeichnet. Die vorangegangenen Entwürfe haben mir tatsächlich viele Erfahrungen erspart, die ich sonst erst im fertigen Comic gemacht hätte. Nichts von den Entwürfen war umsonst. In meinem Unterbewusstsein ist viel hängengeblieben über das Wesen von Abteien an und für sich, die Wichtigkeit von Perspektiven und ich bin sicherer geworden in dem Umgang mit dem unbekannten Architekturobjekt. Aber eine wichtige Sache, darf man echt nicht vergessen: Man darf sich nicht in der Recherche verlieren!

Die Recherche darf nicht irgendwann zur Falle wird und einen daran hindern mit der richtigen Arbeit loszulegen. Man wird wahrscheinlich nie 100&ig zufrieden sein, damit muß man leben als Kreativer. Hier ein Bild der Abtei aus einer aktuellen Comicseiten.

Ich habe jetzt jedenfalls keine Angst mehr vor der unheimlichen Abtei. HA! In your face evil abbey!

So, ich hoffe, es war was Informatives dabei für Euch in diesem Eintrag! So long! :)