Heute gibts wieder einen beherzten Griff ins Archiv…

Und zwar möchte ich Euch heute mit ein paar Nacktbildern aus meiner Vergangenheit konfrontieren (sorry, ich hör gleich auf mit den Kalauern).

Hier sind: Silly&Cone: The Talking Tits!!!

“Warte mal!”, hör ich da jemanden von Euch sagen “…Die Comics sind doch auch auf Deiner Portfolio- Seite zu sehen. Was für ein Beschiss. Ich gehe jetzt und komme nie wieder zurück!”.

“Stimmt!” kann ich da nur entgegnen. Aber schaut her: einen der drei Comics gibts nicht im Portfolio- Bereich. Ausserdem kann ich noch was dazu erzählen. Und zwar die Geschichte der beiden beigen Gugelhupfe…

Silly&Cone sind, das ist ziemlich offensichtlich, zwei sprechende Brüste. Warum sie sprechen, kann ich nicht beantworten, ebenso wenig die Frage, warum eine der beiden Zigarre raucht. Die beiden Figuren sind mein allererster Ausflug in den Comicstripbereich. Veröffentlicht habe ich sie zum allerersten Mal 2001 (!) im Kölner Kostenlosfanzine “Cosmix”. Daraufhin sprach mich eine gewisse Redaktion einer gewissen Satirezeitschrift an und einige Zeit später erschienen die Comics als Stripform in der deutschen MAD.

Das war mein allerallererster bezahlter Comicjob. Ein Schritt in die Richtung, in die ich gehen wollte und dann auch noch für die MAD! Ich war sehr stolz und auch aufgeregt.

Und dann das. Ich habe es gehasst.

“Warum?!” höre ich da jemanden rufen. “Ich dachte, das war Dein Traumjob?! Das ist ja undankbar. Ich gehe jetzt und komme nie wieder zurück!”

Ja, ich kam mir damals auch undankbar vor. Ich hatte ein permanentes schlechtes Gewissen und immense Zweifel an meiner (noch zukünftigen) Berufswahl. Dabei wollte ich Comics zeichnen, seitdem ich 8 Jahre alt war. Was genau war also daran so hassenswert?

Ich konnte mir einfach keine Pointen ausdenken. Ich mochte die Figuren. Es war eine einfache Yin und Yang bzw. Dick&Doof- Konstellation. Damit sollten sich die Pointen eigentlich von selbst schreiben. Und ich brauchte nur EINE IM MONAT! Aber für mich kamen die Pointen so zäh daher wie türkischer Kaugummi.

Selbstzweifel machten mir die Arbeit schwer. Dauernd habe ich mich gefragt: “Kann ich zeichnen?”, “Ist das lustig?”. So lange, bis das Ganze keinen Spaß mehr machte und ich mir vorkam wie ein Betrüger, der sich in die MAD-Redaktion eingeschlichen hatte. Ganz schön nerviges Kopfkino. Als die Serie dann aufgrund von Leserumfragen eingestellt wurde, war ich eher so mitteltraurig. Eigentlich fühlte ich mich befreit. Und ich hatte mir geschworen nie nie nie nie wieder einen Comicstrip machen zu wollen.

Tja, das hat ja gut geklappt.

Umso überraschter war ich von dem Spaß, den ich 10 Jahre später beim Zeichnen der Ponyhof- Strips hatte. Es ist mir erst vor kurzem klar geworden, wie doof ich damals war und wieviel ich von mir selbst erwartet habe. Es kann nicht immer alles von Anfang an gelingen. Auch wenn das nach Omas Kalendersprüchen klingt. Aber manche Dinge brauchen wirklich Zeit, um sich zu entwickeln. Ich bin jetzt sicherer in meinem Handwerk und ich zweifele nicht mehr daran, dass ich Comics zeichnen will. Und kann. Das ist alles, was ich je tun möchte. Menschen unterhalten mit etwas, was mir Spaß macht.

“Boah ey!” höre ich da jemanden maulen “Das gab jetzt aber vollen Ausschlag auf dem Pathetik-O-Meter. Laaaangweilig. Ich gehe jetzt und komme nie wieder zurück.”

Jo. Stimmt. Dann ist das halt so.

… Bis Montag! :)