Hey ho Ihr Webwühlmäuse!
Keine Sorge, die Storyline rund um Superheldensarah wird in nicht allzu ferner Zukunft fortgesetzt. In der Zwischenzeit gibts wieder kurze Unterbrechungen mit Einzelstrips.
Nun hab ich also doch mal einen semi-politischen Comic gemacht. Eventuell wisst Ihr auf welche konkrete Aktion im Internet ich mich beziehe. Um eins vorneweg klar zu stellen: Ich finde die Aktion gut, denn im Rahmen einer Bewusstseinsschaffung finde ich auch jeden noch so kleinen Schritt wichtig. Dennoch passierte es, dass ich mich in einem kurzen Moment von aussen in einem historischen Kontext betrachtete und mich fragte (frug? fröggelte?): Könnte man nicht NOCH MEHR machen, wenn einem die Sache wirklich am Herzen liegt?
Auch wenn ich die Möglichkeit eines Hungerstreiks für mich eher als nicht so wahrscheinlich sehe, bewundere ich mutige Menschen (nicht nur Frauen), die bereit sind durch friedvolle Proteste für ihre Sache einzustehen.
Insofern seht diesen Comic bitte als sehr persönliche Beobachtung meines eigenen Verhaltens. Wenn Ihr Diskussionen dazu starten wollt, immer zu, aber der Comic ist bitte nicht als generelle Kritik an der Aufschrei-Aktion von mir gemeint.
Mehr zum Thema hält Webcomickollegin Temelchen bereit. Sogar mit Comic!
Und damit entlasse ich Euch in die Ruhe vor dem präkarnevalistischen Sturm mit einem sehr gelungenen souveränen Auftritt von Webcomickollegin Schlogger in diesem Feature über Webcomics beim Sender Einsplus! Yay, go Schlogger, go!
Addios amigos und schon mal ein bezauberndes Wochenende!






Auch wenn mir das Thema doch etwas auf den Keks geht, da es mir zu aufgebauscht wird, lese ich das, wenn es so aufbereitet wird wie hier, sehr gerne. Aber es wird sein wie immer: Ein Thema ist überall präsent, und in einem Monat redet keine(r) mehr darüber. Und dass man für die Problematik sensibilisiert wird, halte ich auch für unwahrscheinlich, denn meiner Meinung nach werden durch diese verbissenen Standpunkte (nicht hier natürlich) die Fronten verhärtet, was eine vernünftige Diskussion darüber leider immer ausarten lässt.
Aber ich finde es wunderbar, wenn man ein recht ernstes Thema so verarbeitet, dass man drüber Schmunzeln kann. Toll!
Komischer weisse empfinde ich es im Moment zum einen etwas als …. Werbekampagne, bzw ablenkung von irgendetwas das im Hintergrund vor sich geht, und zum anderen wie soll man den Sexismus bitte schön vergessen wenn die VERSCHIEDENEN Geschlechter sich in der nächsten zeit einen Medienkrieg liefern???
Ich sag dazu nur Social Fail!
P.S.: Das ist meine Meinung! Wer sich auf den Schlips getreten fühlt weil er das Thema grade super toll findet: Euer Problem.
Ich mache hier nur Gebrauch von meinem Recht auf Meinungsfreiheit.
Uiuiui War wohl zu früh zum Tippen zu viele Tippfehler sry.
Meinungsfreiheit heißt nicht, dass andere Leute einem nicht sagen dürfen, dass man ihnen auf den Schlips getreten ist. Das Schöne an der Meinungsfreiheit: sie gilt für uns alle. Meiner Meinung nach ist die Debatte nämlich verdammt wichtig.
Fühlst du diech jetzt auf den Schlips getreten?
Falls ja dann tut es mir Leid aber das sind nunmal meine Ansichten zu dem Thema.
Ich bleibe dabei für mich ist das mal wieder “nur was zum aufgeilen”.
Äh… die Dame hieß aber Rosa Parks.
Abgesehen davon – ja, so in etwa geht es mir auch. Nicht, dass mir gewisse Themen nicht wichtig wären, aber das Fackeln-und-Forken-Schwingen überlasse ich doch lieber anderen.
Was würden diese Frauen denken, wenn sie heute den Bachelor im Tv sehen würden oder Alice Schwarzers exklusiv für Bild-Reportagen direkt neben dem Oben-Ohne-Mädchen lesen würden? Genau, alles umsonst gewesen.
Heißt das nicht eigentlich Rosa Parks statt Perks?
Rosa Parks, nicht Perks. Und wieso hast Du denn die Hakenkreuze zensiert? Dann doch gleich ganz weglassen, oder?
Danke für den Hinweis. Hakenkreuzzensur hab ich gemacht, weil ich gerne rechtliche Probleme vermeiden will: http://de.wikipedia.org/wiki/Swastika#Verbotsgesetze
Das ist ein Rotes Tuch im Printsektor.
Wenn man es zwecks Realismus in einen Comic einbauen will, muss der Comic erst duch viele rechtliche Instanzen und Prüfungen durch.
Werbeplakate zu Artspiegelmanns “Maus” sind wegen dem Hakenkreiz drauf zum Beispiel direkt polizeilich einkassiertworden.
Da ist ein fettes X in der roten Flagge mit weissem Kreis deutlich genug, macht rechtlich keine Probleme und jeder sieht die Ähnlichkeit und weiss was gemeint ist.
Ah! Ja, dann ist das vermutlich die beste Lösung. (Und gern geschehen.)
aus jenem Wikiartikel: “Absatz 3 nimmt solche Propagandamittel oder Handlungen von der Strafbarkeit aus, die „der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken“ dienen.”
Kannste also eigentlich ruhig machen, ist doch Kunst/Geschichte.
In der Hinsicht bin ich einfach nicht sicher genug, wenn ich z.B. weiß, dass bei Panini immer noch alle Hakenkreuze raus retuschiert sind.
Irgendwie ist das doch verrückt: Selbst wenn man eindeutig gegen Nationalsozialismus Stellung bezieht, und das tust du mit deiner Darstellung von Sophie Scholl eindeutig indem du sie als mutige und entschlossene Kämpferin gegen das Naziregime darstellst, kann man Ärger bekommen wenn man es beim Namen nennt bzw. Hakenkreuze zeichnet.
Ich meine, das man bei nationalsozialistischen Symbolen genau hinschaut damit sie nicht verherrlicht werden ist gut und auch wichtig. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, bei manchen Fällen wird weit über das Ziel hinausgeschossen. Zum Beispiel beim erwähnten Beispiel von “Maus”. Deswegen einer der wichtigsten Werke der Comicgeschichte, welches zudem eindrücklich das unfassbare Grauen dieses dunkelsten Kapitels deutscher Geschichte zeigt, zuerst einmal zu verbieten ist ja geradezu paranoid! Da wird sich das gesamte rechte Pack aber gewaltig gefreut haben! So gesehen hat man das genaue Gegenteil von dem erreicht was man wollte.
Mal so als Frau, ich finde es schon etwas übertrieben, dass auf einmal wieder alle Frauen die Emanzenschiene fahren. Sexismus ist nicht mehr alleine eine Sache, die Männer Frauen antun. Wenn ich in meiner Klasse sitze und höre was die Mitschülerinnen im Alter zwischen 17 und 32 so von sich geben, tun mir deren Männer in ihrem Umfeld verdammt leid. Beledigungen sind da an der Tagesordnung, leider auch gegenseitig in der Klasse unter den Mädels. Ich finde schon, dass das Thema extrem hochgepuscht wird. Wer von uns hat denn nicht schonmal in Mädchenrunde nem Kerl hinterhergerufen was für nen Knackarsch er hat, oder zumindest darüber gekichert, wenn eine aus der Runde so mutig war? Und über Alice Schwarzer kann ich nur den Kopf schütteln. Die Frau hat vielleicht den Weg für die Emanzipation geebnet, aber wir Frauen sind seit Jahren emanzipiert genug um selbst für uns zu sprechen. Ihre Auftritte sind doch nur noch Werbung um sich selbst zu vermarkten, sie sollte endlich einsehen das Emanzipation ein Selbstläufer ist und sich weiterentwickelt hat. Emanzipation ist nicht mehr nur was für Frauen!
Ums noch kurz anzumerken, ich finde wir sollten nicht über Sexismus debattieren, sondern über Respekt dem anderen gegenüber. Das ist das echte Gesellschaftliche Problem!
Da hast du was wahres gesagt, aber das will mal wieder keiner hören. Dann muss man sich ja unter umständen an die eigene Nase fassen und das, so glaube ich zumindest, ist was das nicht mehr gern praktiziert wird in unserer Gesellschaft.
“Wenn ich in meiner Klasse sitze und höre was die Mitschülerinnen im Alter zwischen 17 und 32 so von sich geben, tun mir deren Männer in ihrem Umfeld verdammt leid. Beledigungen sind da an der Tagesordnung, leider auch gegenseitig in der Klasse unter den Mädels.”
Und, was tust Du dagegen? Oder ist das für Dich schon so Alltag, so normal, dass Du nicht darüber nachdenkst, was dagegen zu tun? Muss man überhaupt was dagegen tun?
Die Damen im Comicstrip hätten da bestimmt eine konkrete Antwort darauf.
Und ja, würden wir Menschen uns alle gegenseitig respektieren, wir hätten kein Seximus-Problem.
Nur, allein dagegen jammern hilft nicht, wir müssen schon aufstehen wie die Damen im Comic.
Ich schließe mich dir in deiner Beobachtung an. Hast du gut gesagt, da kann ich nichts zu hinzufügen!!
Diesen Artikel fand ich zu dem Thema auch sehr interessert: http://www.kath.net/detail.php?id=39885.
Um es gleich vorweg zu sagen: Ich habe sonst nichts mit der Seite oder den anderen Artikeln dort zu tun. Auch nicht mit weiteren Ansichten der Autorin.
Nur den Artikel für sich finde ich nachdenkenswert.
Also ich kann Birgit Kelle da durchaus zustimmen. Sie saß unter anderem bei der Brüderle-Diskussion bei Jauch dabei. Ich sehe mich absolut nicht als Opfer, flirte gerne und wenn der falsche Mann drauf reagiert sag ich “nö Danke, nicht mit dir” und die Sache ist erledigt. Wo ist das Problem?
Flirten ist auch kein Problem, wenn es in dem Rahmen bleibt, den Du beschreibst. Frauen sprechen dann von Sexismus, wenn die Sache für den Mann mit einem Nein leider nicht erledigt ist. Weil, warum hat sich die Frau denn sonst so “aufreizend” angezogen wenn nicht für ihn? Wenn sich eine Frau attraktiv anzieht oder überhaupt als attraktiv wahrgenommen wird, hat sie auch eine bestimmte Rolle zu erfüllen. Dieses Denken ist sexistisch und immer noch (leider) weit verbreitet.
Tja, liebe Laburrini, da zeigt sich: Viele Deiner leser_innen sehen die gesellschaft anders als Du (und erfüllen dabei ein paar nerd-klischees).
Tatsächlich geht es natürlich um sexismus und macht, nicht um wechselseitige respektlosigkeit. Weil das umgekehrte geschehen – Die dicke, alte, erfolgreiche frau macht den feschen jungen mann, der sich auf der karriereleiter unter ihr befindet, an. – quasi nie passiert. Keine ältere politikerin hätte einem jungen gutaussehenden journalisten gegenüber sein aussehen auch nur thematisiert, geschweige denn gelobt.
Deswegen war Brüderles spruch nicht nur dumme baggerei, sondern eine positionszuweisung: Eine junge frau soll nicht als berufstätige, denkende, professionelle person agieren dürfen – zumindest nicht, ohne gleichzeitig die rolle des weibchens zu übernehmen. Der dummdreiste artikel von Kelle (dessen auftauchen auf kath.net Bazonga ja auch dazu hätte bringen können, mal darüber nachzudenken, wieso er auf einmal etwas von dieser website gut findet, von der er sich ansonsten distanzieren möchte), diese dummdreiste ansicht ignoriert einfach geflissentlich, dass es EGAL ist, wie frauen sich anziehen, es wird IMMER kommentiert, es wird IMMER auf den körper bezug genommen, anders als bei männern. Es ist immer entweder zu wenig oder zu viel weiblichkeit. Bei männern, die beruflich erfolgreich sind, ist das viel egaler, da genügt eben der job. Bei frauen nicht.
Was durften wir alle in der seriösen tagespresse lesen über Merkels frisur, Merkels blazer, Merkels mundwinkelfalten usw.
Und abschließend: Das “schlimme” an dem spruch ist nicht, dass er so belästigend ist o.ä., natürlich hat das wenig mit einem physischen übergriff zu tun. Das schlimme ist die positionszuweisung: `Du bist fürs angegucktwerden zuständig, ich fürs entscheiden. Du bist objekt, ich bin bin subjekt.` Brüderles weiterer spruch “Politiker verfallen doch alle Journalistinnen.” macht gerade das deutlich: Frauen werden nicht als menschen mit jobs und gehirn wahrgenommen – denn dann würden politiker journalistinnen interviews geben anstelle ihnen zu verfallen, sie würden in ihrer anwesenheit denken und nicht begehren -, sondern als dienstleisterinnen im bereich nähe, spaß, intimität.
Ein hoch auf alle diejenigen, die das thematisieren!
Ach guck, die übliche «die Weiber sind doch alle selber schuld»-Hetze ist ja auch schon da. Warum überrascht mich das jetzt nicht?
Die Frau hieß Rosa Parks
Ansonsten stimme ich Kat uneingeschränkt zu. Der fehlende Respekt ist das Hauptproblem. Und das ist im Gegensatz zu der Welt, in der Emanzen wohnen, nicht nur ein Problem Frauen gegenüber. Wobei ich keine absolute Aussage darüber machen will, dass es heutzutage schlimmer ist als zu früheren Zeiten
Sexismus hat zum Einen mit macht zu tun. Ein Praktikant packt seiner Chefin nicht an den Po… Umgekerht ist es wahrscheinlicher. Ergo: mehr Chefinnen und es wandelt sich von einem reinen Männer -> Frauen Thema zu einem Macht und Respekt -Thema.
Zum anderen hat der Mann sich ja nie emanzipiert… krepieren wie die Fliegen, weil sie nicht zum Arzt gehen, weil Mann stark sein muss… einige sind total verunsichert, dass die alten Geschlechterrollen nicht mehr gelten. Haben Angst, wenn Frauen (=Konkurrenz) ins Berufsleben drängen, zumal Frauen durchschnittlich besser ausgebildet sind (siehe Schulnoten, Abitur, Uni-Noten).
Weniger wollen eine Karriere opfern, indem sie sich alleine um die Erziehung kümmern, die nicht wertgeschätzt wird, und nehmen den Mann mit in die Verantwortung. Da flüchten sich einige Männer in alte Rollenmuster, wo alles noch “klarer und einfacher” war…
achja. und die dritte Gruppe Sexisten sind einfach Dinosaurier, die ihr Verhalten in jungen Jahren gelernt haben, als es noch toleriert wurde und Frauen sich nicht wehrten… und die sich nicht mit der Zeit gingen.
Ein echter Gentleman empfindet Mitleid, wenn Männer nun sagen, sie wüssten nicht mehr, wie sie sich verhalten sollen gegenüber Frauen… sollte für niemanden ein Problem sein, respektvolles Verhalten von unrespektvollen trennen zu können.
Also ich glaube sehr wohl, dass Männer eine gewisse Emanzipation hinter sich haben, ich sehe fast keinen Unterschied mehr in den Geschlechterrollen bei den Jugendlichen zwischen 10 und 20. Das fängt bei den Klamotten an und hört bei der Ausbildung auf. Um einige Beispiele zu nennen: Accessoires wie Taschen, Schals oder die Ausbildung in Bereichen die Erziehung betrifft. Wenn man sich mal umschaut sind mittlerweile sehr viele Erzieher in den Kindergärten und in den Offenen Ganztagsschulen. Also kann man das sicher nicht mit “der mann weis nicht mehr welche Rolle er einnimt” abtun.
gefällt mir!
Großartige aktuelle Gesellschaftskritik!
Die #aufschrei-Debatte finde ich gut.
Was mir nicht gefällt, ist
a) die häufige Schwarz-Weiß-Darstellung in den Medien
b) das Schwarz-Weiß-Denken vieler Kommentatoren in den Medien
c) das Hantieren mit Begriffen, deren Bedeutung offenbar nicht wirklich bekannt ist.
Es geht los mit dem Begriff Feminismus:
“Dabei ist der Feminismus laut Definition der Encyclopedia Britannica nur: »the belief in the social, economic, and political equality of the sexes«, also »der Glaube an die soziale, ökonomische und politische Gleichheit der Geschlechter«. Alles, was über diese Definition hinausgeht, ist oftmals Vorurteil, Klischee.”
http://maedchenmannschaft.net/leseprobe-wir-alphamaedchen/
Soziale, wirtschaftliche und politische Gleichheit der Geschlechter, um mehr geht es den “Emanzen” nicht.
Wenn das so bislang nicht rübergekommen ist, würde ich zunächst die Medien und deren Arbeit hinterfragen.
Wikipedia definiert Sexismus als “soziale Konstruktion von sexuellen Unterschieden zwischen Menschen und die daraus abgeleiteten Normen und Handlungsweisen. Der Sexismus unterteilt alle Menschen anhand ihrer biologischen Geschlechtsmerkmale in Frauen und Männer, unterstellt ihnen damit eine grundlegende Unterschiedlichkeit und weist ihnen auf dieser Basis unterschiedliche Rechte und Pflichten zu.”
Es wird von niemanden bestritten, dass es Unterschiede zwischen Männern und Frauen (und Transidenten) gibt. Das Spiel mit den Unterschieden ist im Privaten auch in der Regel völlig in Ordnung, aber im beruflichen Kontext ein Unding. Wenn ein Mann seiner (Ehe)Frau zärtlich über die Wange streichelt, ist das was anderes, als wenn ein Chef seiner Sekretärin “zärtlich” über den Hintern streichelt.
Die Frauen, die Sarah oben abgebildet hat, taten genau das, wogegen auch die Frauen hinter der #aufschrei-Debatte antreten:
Gegen die soziale, wirtschaftliche und politische Ungleichheit in diesem Lande zu kämpfen.
Und wer davon nicht betroffen ist (denn auch solche Menschen gibt es), sollte froh sein und sich mit denen, die davon betroffen sind, solidarisch zeigen. Anstatt es zu verharmlosen.
Insofern, Sarah: Bravissimo!
Danke, dass Du das geschrieben hast, jetzt kann ich mir’s sparen.
Nur eine Anmerkung zur Mädchenmannschaft: es ist bezeichnend, dass Dein Link in’s Jahr 2008 führt, als dort noch wirklich Lesenswertes stand. Schade um das Blog.
Total geil, Sarah!!! <3
Jaja. Früher war alles epischer. xD
Aber man muss auch sagen dass die Wertevorstellung zum Thema Mann und Frau in den letzten Jahren arg gelitten hat. Jede Bordsteinschwalbe, die jetzt schon für das Germanys Next Topmodel Casting hungert, interessiert sich einen Scheiß für die Werte für die ihre Geschlechtsgenossinnen schon über ein gutes Jahrundert kämpfen.
Ich mach jetzt einmal weils passt etwas Schleichwerbung zu nem Beitrag zu dem Thema, den ich mal vorletztes Jahr geschrieben hab.
http://bloggerbaguette.blogspot.de/2011/05/von-prinzen-und-prinzessinnen.html
Ich sollte vielleicht noch erwähnen dass es reine Satire ist, nachdem der Beitrag schon einmal für voll genommen wurde.
….danke auch für das “fröggelte”
Zufällig arbeite ich mit Freunden gerade an einem #Aufschrei-Video…
“frug”, definitiv “frug” ! Rettet die starken Verben.
…mal wieder ein großartiger strip,
der es auf´n punkt bringt
Liebe Sarah,
viele Vorurteile gegen Comics gab und gibt es noch immer: sie verherrlichen Gewalt, verdummen die Leser, fördern den Analphabetismus, zielen auf die niedrigsten Urinstinkte oder sind schlichtweg unmoralisch und kulturlos. Deine heutige Geschichte und die lebhafte Diskussion beweisen das Gegenteil. Auch mit Comics können abstrakte politisch-soziale Zusammenhänge auf eine intelligente Weise dargestellt werden, während die Leserschaft keineswegs unpolitisch und/oder ungebildet ist.
Ein Problem, das noch nicht angesprochen wurde, ist eine patriarchalisch-heroisierende Geschichtsbetrachtung, die in dem Schlagwort “Männer machen Geschichte.” gipfelte. Diese Auffassung schrieb die Verantwortung für die historischen und damit sozialen Entwicklungen überlebensgroßen Helden zu, die im Alleingang, aber mit dem Bewußtsein um ihre schicksalhafte Bestimmung handelten. In Deutschland erreichte diese Art der Geschichtsbetrachtung ihren unglücklichen Höhepunkt zwischen 1933 und 1945 – Du sprichst diese Ära ja in Deinem Comic an.
Die Rolle der Frauen wurde bei dieser Geschichtsbetrachtung praktisch ausgespart oder bestenfalls auf die der Ehefrauen und Mütter beschränkt, denen man lediglich eine unterstützende Aufgabe zugestand. Auf diese Weise blieben die Beiträge des weiblichen Teils der Menschheit an der Geschichte in allen ihren Formen weitgehend unerwähnt und damit unbekannt. Mit den Folgen muß sich auch unsere moderne Gesellschaft noch immer auseinandersetzen.
Dabei haben auch und gerade die Frauen immer wieder ihren Beitrag zur historischen, kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklung geleistet. Glücklicherweise hat sich die Geschichtsbetrachtung und -auffassung inzwischen grundlegend gewandelt, so daß man die Ansicht, alleine heroische Männer würden die Geschichte “machen”, überwinden konnte. Vielleicht trägt das mit dazu bei, die bedauerlicherweise noch immer vorurteilsbehaftete Frauenbild unserer Gesellschaft zu überwinden.
Aus persönlicher Erfahrung muß ich dazu noch bemerken, daß es ganz offensichtlich einen Unterschied zwischen Feministinnen und emanzipierten Frauen gibt. Während meines Studiums betrieb ich ein Kampfsport, wobei ich eine Reihe von Sportlerinnen kennenlernte, die den Schwarzen Gürtel erworben hatten. Sie alle waren mit Sicherheit emanzipierte Frauen, deren Selbstbewußtsein und mentale Stärke niemand in Zweifel zog, aber gleichzeitig standen sie dem Feminismus und seinen Vertreterinnen bestenfalls neutral und oft gleichgültig gegenüber. Tatsächlich bestehen offenbar keine Berührungspunkte zwischen Feministinnen und Kampfsportlerinnen. Von Seiten der Kampfsport betreibenden Damen erheben die Vertreterinnen des Feminismus zwar viele Forderungen, gefallen sich aber in einer ewigen Opferrolle, aus der sie ihre Ansprüche ableiten, anstatt aktiv handelnd ihr Schicksal selber zu bestimmen. Dieser Standpunkt zeigt, wie unterschiedlich sogar die Frauen selber ihre Rolle in unserer Gesellschaft betrachten.
Ich hoffe, daß die Diskussion des neuen Comics noch viele weitere Beiträge der Leser nach sich zieht. Das Thema ist es wert!
Im Grunde hast du es super zusammengefasst. Manchmal denke ich mir auch, dass so ein einfacher Klick bei Facebook oder ein Retweet bei Twitter doch nicht alles sein kann. Auch Petitionen, etc. funktionieren mittlerweile einfach nur per Tastendruck.
Aber im Grunde gibt es so viel, wofür man auf die Straße gehen könnte, dass man gar nicht mehr hinterherkommt. Da muss man schon mal auswählen, für was man sich “richtig” einsetzt. Beim Rest kann man wenigstens per Klick unterstützen.
Randnotiz der Geschichte Emily Davison Märtyrerin der Frauenrechtsbewegung
Für Alle, die gerne im richtigen Leben etwas machen möchten gibt es am Valentinstag die Aktion One Billion Rising, bei der in verschiedenen Städten rund um die Welt gegen Gewalt an Frauen angetanzt wird.
Jede dritte Frau erlebt im Laufe ihres Lebens Gewalt.
Diese Gewalt hat sicher ganz unterschiedliche Ausprägungen, von an die Brust gefasst werden, abwertenden Bemerkungen bis hin zu Beschneidung und Todesstrafe für Ungehorsam. Immer noch werden viel zu wenige Vergewaltigungen angezeigt, weil selbst andere Frauen argwöhnen, “sie hätte es doch gewollt/provoziert…”
Sexismus bedeutet doch als Extremform, wie die Endung -ismus ja anzeigt, dass ein Geschlecht als minderwertig empfunden wird und darum herablassend behandelt, in die Schranken gewiesen, missbraucht, benachteiligt… werden darf. Und das muss sich ändern.
Wenn nicht im Kleinen diese Änderung passiert, dann geschieht im Großen erst recht nix. Und diese Änderungen, die geschehen nicht nur von uns Frauen aus, sondern auch von den Männern, die uns so richtig toll finden!
Also, ich finde die Sexismusdebatte gerade gut und wäre froh, wenn ich am Valentinstag ein paar Tänzer und Tänzerinnen mehr auf der Straße sehen würde. Wen es interessiert, einfach mal mit der Suchmaschine nach One Billion Rising fragen
NOCH MEHR machen? Opferabo kaufen!
Etwas verspätet, aber: Rosa Parks wäre diese Tage 100 geworden.
http://orf.at/stories/2164057/2164058/
Hallo Sarah,
hat das einen bestimmten Grund, warum du die Flaggen im Hintergrund nicht mit dem richtigen Swastika ausfüllst? Fände ich korrekter als nur das Angedeutete und “sich-nicht-Trauende”..
Ich meine: Zeig die Dinge, wie sie sind, du willst ja genau den konkreten Widerstand gegen das Regime damals ausdrücken.
Hallo Jim,
das kannst du im Kommentar von “Miron” nachlesen. Ich hab einfach keine Bock auch nur irgendwie rechtliche Probleme wegen so etwas zu kriegen. So doof das auch ist…