Nerdprofit
Mit diesem Comic winke ich mal ganz stark in die Richtung des Katzenfuttergeleespritzer- Webcomics, dessen Schöpfer Mario Bühling sich mit mir im heutigen Comic Essen und Nerdleid teilt. Auch die weltbekannte “Space Bar” mitsamt charmanter rothaariger Bedienung entstammt Marios digitaler Feder.
Will ich wirklich aufzählen, was ich an unnötigen Nerd-Krimskams besitze? Ich glaub, mein latent überteuerter Wonder Woman Lippenstift
fällt eindeutig in diese Kategorie. Und ich ♥lieeebe♥ ihn, ich kleines euphorisches Konsumopfer!
Da der Winter hierzulande auch immer noch nicht weichen will, bleibt einem ja fast nur das Konsumieren von Dingen. Mein persönlicher Lesetipp geht diesmal raus an Punchdrunk von Webcomickollega Tim Gaedke, der in seinem sehr stilsicheren Band beweist wie klischeelos man Beziehungsgeschichten erzählen kann. Fand ich sehr schön und ich würde sofort einen weiteren Band von ihm lesen wollen!
Wer eher auf bekloppt-absurden Humor steht, dem empfehle ich sofort Zeit&Gott von Aike Arndt mit dem ich mal im Trickfilmstudio früher zusammen gearbeitet und Helge-Schneider-Hörspiele gehört habe und der jetzt Kollege im Zwerchfell-Verlag ist. Der Band ist zum Totlachen und ein echter Geheimtipp.
Am zweiten Ponyhofband wird auch weiter gewerkelt. Der Verleger sitzt gerade fleissig am Layout, ein sehr netter Mensch (den ihr vielleicht auch kennt) sitzt am Vorwort und ich muss noch ein Bild fürs Innencover machen. Dann noch mal drüberschauen und es wandert zum Drucker. Und diesmal wird der Band sogar größer (21cmx21cm)! Drückt also mal bitte die Daumen, dass das alles klappt und nicht mehr so lange dauert!
Fröhliches Schneegestöber dann mal!






Ich persönlich würde auch sagen das ich ein Nerd bin. Zwar besitz ich keine Sammlerfiguren oder anderen großartigen Merchandisekram trotzdem fühl ich mich in der Welt von Mittelerde bis zum Star Trek/Star Wars Universum wohl und kenn mich auch gut aus. Immer wieder werde ich von meinen Freunden bei einer Runde Herr der Ringe Risiko schief angeguckt wenn ich die Geschichte oder Besonderheiten erzähle oder meine Mitspieler verbesser weil sie was falsch eingeordnet haben.
Ich glaube das wird auch wieder abebben und man lässt uns in Ruhe wenn sie eine andere “Untergrund” Bewegung haben die sie in den Fokus nehmen können. Wir sind halt so ins Rampenlicht gerückt weil die 80er MTV Generation mitten im Leben angekommen ist, die jungen in den 90er geborenen wissen selber noch nicht was sie wollen. Aber wir die wir Anfang der 80ger geboren wurden haben wirklich eine schöne und interessante Zeit gehabt.Wir sind zwischen Kalter Krieg und Wiedervereinigung groß geworden. Unsere Eltern haben sich damit abgefunden, wir haben den Wandel erlebt und die nach uns kommen, für die ist das Geschichtsunterricht. Wir haben das Medium Fernsehen quasi erblühen sehen als 83 die ersten privaten Fernsehsender kamen (und im selben Zug nach ersten (Kinder)Serien aus den USA) und sich das ÖR Fernsehen sich behaupten musste (und es irgendwie immernoch nicht schafft).
Mich haben grade diese geprägt: Samstag in der früh aufstehen und Galaxy Rangers, Braveheart, Captain Future, Saber Rider, Ghostbusters usw. schauen. Das waren neue Welten für einen Jungen bzw. politisch korrekt einen jungen Menschen.
Deswegen fühl ich mich wohl ein Nerd zu sein egal wieviele Scherze gemacht werden, wieviele Sendungen (Das Model und der Freak, Beauty and the Nerd) uns klischeehaft karikieren.
lg Martin
Gastauftritt/Crossover, yay!
Mario trink Guiness. Was trinkst du?
Fanta! Softdrinks sind mein Bier!
Ich verlange Vorbestelleraktionen inklusiver Vorbestellerboni zum zweiten Ponyhof Band!
Schönen Montag Sarah
.
Yay, Gastauftritt!
Meine Kollegin aus der Buchhaltung hat mich heute (wohl nicht wissend wie ich es verstehen würde) übrigens mit den Worten: “Wir sind wie die Nerds! Immer sofort in die Tasten hauen…” begrüßt.
Und ich bin sicher: SIE hat es noch als Schimpfwort gemeint! :-/
Jemand der Comics (unter anderem) über seine WG mit einem Trompeten-Elefanten, einem Mafia Pony, einem Wrestler-Pilz und einem Nerd-Dämonen mit den Inhalten über Videospiele, 80iger Jahre Horrorfilmen, das (missglückte) Superheldin-Dasein, Cthulhu-Begegnungen und dem Leben einer internetsüchtigen Comiczeichnerin regt sich über die Vermarktung von Nerds auf?
Ich mag Ironie. : )
Mein Comic- Alter Ego und ich regen uns durchaus manchmal über unterschiedliche Dinge auf. XD
Nerds sind cool? Wo sind Nerds denn cool? Habe ich was verpasst? Ich bitte um Beispiele!
Die Industriealisierung des Nerdtums find’ ich übrigens gar nicht so schlecht. Ich habe neulich über Amazon, Star Wars und Atari Bettwäsche geordert.
Man muss sich ja nicht jedem Wahn hingeben aber aufgrund dieses Hypes hat man einfach mehr Auswahl und Möglichkeiten seinen Geschmack zu treffen bei Einrichtung, Kleidung und Accecoires – ich mags
Ich würde mir wie ein “Hipster” vorkommen wenn ich mich hinstelle “meh! All dieser Mainstream Nerdkram – alles zu gewöhnlich”
.
Ich wurde zeitweise von meinem Mitbewohner mit den Worten “Ich find das echt klasse, wie du zu deinem Nerdtum stehst.” begrüßt. Und er meinte das wirklich noch in dem Sinne, dass Nerds minderbemittelte Menschen mit sozialem Handicap sind.
Wobei ich die Industrie, solange sie uns mit guten Shirts und kleinen niedlichen Sammelfiguren versorgt, noch sehr annehmbar finde. Aber insgesamt wird Nerd schon das neue Chic. Am besten sollte sich jeder “normalo” ja in Zukunft seinen eigenen kleinen Nerd halten. Vielen Dank auch Pro7…
Aber wisst ihr was das gute ist?
Wir alle haben doch mehr als genug DVD’s und Comics um uns die nächsten 2-3 Jahre abzuschotten und diese Phase auszusitzen. Danach lässt man uns hoffentlich wieder in Ruhe (und vielleicht gibts dann endlich neues von Firefly…).
Btw. Comic…. WIE KANNST DU ES WAGEN DAS FORMAT ZU ÄNDERN?????? Das passt dann ja garnicht mehr neben das alte Buch…. *flenn* Jetzt kommt diese Flixsche Mode mit Formatänderung auch bei dir an, und ich dachte mal du wärst cool
Freu mich wie umme drauf, auch wenn ich die Tage wohl bei MadDocComic schonmal die digitale Version besorgen werde. Für das Buch räum ich aber auch schonmal was frei hier…. wenn ich nur wüßte wo :/
Ne Spaß
Hi Alex! Nur kurz FYI: Der Ponyhof Band 2 bei Mad Dogs ist NICHT gleich dem gedruckten Ponyhofband! Der digitale Band 2 enthält noch Strips von Oktober 2009 bis April 2010. Sind also zwei ganz unterschiedliche verlaufende Sachen.
*Seufz, schluchts.* Ja es iss schlimm. Jetzt wo in ist macht es gar nicht mehr Spaß Nerd zu sein:
Optionen:
a) Wie immer seine Interessen verleugnen und nur noch heimlich begehen um augenscheinlich zu den Normalos zu gehören. Das ist aber wohl oft nicht zu realisieren, geschuldet der eigenen art und Weise.
b) Mit den ganzen Kommerznerds mitschwimmen weil man ja Cool ist.
c) Sich auf volle Härte besinnen, den Nerdismus ins Extreme treiben und sich die unbekannten Lücken suchen (Francobelgische Comics, Echtes Wissen über Quantenphysik, echte Technik Basteleien, jede Folge von Star-Trek TNG auswändig können) und dann die möchtegern “ich-hab-einen-Star-Wars-Film-gesehen-Jarjar-Binks-und-so” Nerds mit geballtem Nerdismus entlarven.
Punkt c) ist mein Ansatz: Wer nicht mindestens Brainfuck beherrscht, Heisenbergs Unschärfe erklären kann, logische Überlegungen zu seltsamen Fragen anstellt oder zumindest in der Lage ist, 3-D-Tic-Tac-Toe zu dritt blind zu spielen kann (Alternativ: 2-D-Tic-Tac-Toe mit Flächen zu Zweit), wird von mir nicht als Nerd angesehen!
P.S.: Bis jetzt hat es auch Mario noch nicht geschafft, dass ich ihn als Nerd ansehe.
Korrektur: Ich meinte natürlich 5-D-Tic-Tac-Toe (2-D-Tic-Tac-Toe mit Flächen macht kein Sinn)
c. ist Extreme-Nerdismus? Dann bin ich wohl ein Extreme-Nerd. Aber mal ehrlich, als Nerd geht mir der ganze Nerd-Hype am Allerwertesten vorbei (so wie alle anderen Moden auch). Ich mache/höre/schaue das was mir gefällt, so wie früher und so wie in Zukunft. Was andere davon halten ist mir schlicht Wurst.
Hallo Sarah,
Ich hab mir auf Deinen Tip hin mal “Wohlstand” gekauft. Oh mann. Kann ich den irgendwo wieder zurückgeben?
Nicht, dass der Comic (von mir aus auch “graphic novel”) schlecht gezeichnet sei, das ist er sicher nicht.
Aber mir geht der Stil auf die Nerven. Ich habe mich zwei Tage lang gefragt, warum ich mich so genervt und frustriert durch die letzten Seiten gequält hatte.. Jetzt weiss ich es, oder meine es zumindest zu wissen:
Der Autor ist tief-konservativ eingestellt und genau das kommt bei seinem Comic als Grundschwingung mit.
Beispiele?
*Der gesamte Comic ist von einem Gefühl der Furcht durchzogen (typisch für Konservatismus), während ich stets auf einen Ausbruch an Zorn gewartet habe (der Vasenschlag auf den Hinterkopf des Gestapo-Mannes zählt nicht, da im Affekt).
* Es wird immer wieder auf den Zusammenhalt und die Funktion der Familie hingewiesen und wie diese hier zerstört wird (Vater, Freund, Mutter?).
* Die Elite wird als nicht-korrupt und als im-Besitz-der-Wahrheit beschrieben – ein ziemlich weltfremdes Bild, vor allem, wenn die Leistungspunkte ein derart wichtiges Thema sind.
* Die Protagonistin erwähnt, dass sie 362 LP hätte, und die Reichen 10x soviel, und das in der Mehrleistung und dem Mehrwert dieser Reichen begründet. Dies kann ich nur als feuchten Wunschtraum eines Konservativen werten, denn (1) wäre Faktor 10 lächerlich gering in der Realität und (2) ist hier gleich die Wertung “Wenige LP (=arm) ist weniger wertes Leben als viele LP (=reich)”. Danke schön..
* Die letzte Seite ist auch entlarvend, hier eine heile Familie, die als für die Protagonistin unerreichbares Lebensziel vorgestellt wird. Eine Alternative wie z.B. Aufruhr oder Revolution ist nicht vorgesehen oder in der Darstellung des Autors denkbar.
Diese Liste ginge beliebig weiter, mein Punkt sollte klar geworden sein.
TL;DR: Wer un-konservativ eingestellt ist, wird diesen Comic frustriert zur Seite legen, denn die Personen handeln nicht-nachvollziehbar und lassen willenlos alles mit sich geschehen.
Ob Thekla wirklich konservativ ist, wage ich zu bezweifeln. Aber dazu kann sie ja selbst etwas sagen.
Was mich zur Frage bringt, ob Du glaubst, dass dies der geeignete Ort für eine Diskussion ihres Comics ist? Es wäre bestimmt konstruktiver, wenn derjenige, dem die Kritik gilt, sie liest. Oder?
Selbst noch net geleen, aber wenn mein wandelndes Comiclexikon sacht Kaufen, Lesen und genießen. Kann des garnet soo verkehrt sein ..
Also i werd ihn mir im März holen und genießen.
Denn bis jetzt lag er noch net daneben ..
Da hat wohl jemand nicht verstanden, dass Autoren/Comiczeichner Geschichten erzählen. Die Einstellungen der Figuren entsprechen nicht zwingend den Einstellungen des Autoren.
Das gilt ganz besonders für historische Stoffe. Wenn man versucht heutige Einstellungen und Denkweisen den Charakteren aus anderen Epochen überzustülpen, wirkt das schlicht falsch und unecht. Das Gefühl eine Geschichte aus einer anderen Zeit zu lesen, kommt gar nicht auf.
Also einfach mal der eigenen Ideologie Urlaub geben und eine gut gemachte Geschichte genießen.
Ich kann die Kritik von Monsterle nicht nachvollziehen, sie steht diametral dem entgegen was ich von “Wohlstand” für einen Eindruck habe. Dass die Autorin tief konservativ ist, wie Du unterstellst, halte ich für an den Haaren herbei gezogen. Die Graphic Novel ist für mich Gesellschaftskritik im Stil wie in 1984 und Soylent Green und hat dystopischen Charakter. Die Geshcihcte ist kein Spiegel dessen, wie die Autorin es gerne hätte, sondern das genaue Gegenteil.
Das sagt sie sogar noch einmal deutlich im Nachwort, das Du wohl nicht gelesen hast. Schade.
Die Möchte-Gern-Rezension von Monsterle zu Temels Graphic Novel „Wohlstand“ kann man gar nicht genug loben, zeigt sie doch in frappanter Weise das ganze Ausmaß der Bildungsmisere in Deutschland. Man kennt solche selbsternannten Oberschlaumeier und bedauernswerten Schreiberlinge wie Monsterle ja aus dem eigenen Deutschunterricht zur Genüge. Meist haben sie die Lektüre – man denke etwa an Goethes Schauspiel „Iphigenie auf Tauris“ – nur in Ausschnitten gelesen, denn sie haben zum einen von der ersten Textzeile an mit schier unüberwindbaren Vokabelschwierigkeiten zu kämpfen. Zum anderen ist es ihnen – und dies ist natürlich die logische Konsequenz des nur bruchstückhaften Textverständnisses – in aller Regel kaum möglich, dem Handlungsgang des Werkes zu folgen, geschweige denn dessen Wirkabsichten und Aussageintentionen auch nur ansatzweise zu erfassen.
Immerhin ist Monsterle von den Zeichnungen Temels recht angetan: „Nicht, dass der Comic (von mir aus auch “graphic novel”) schlecht gezeichnet sei, das ist er sicher nicht.“ Wie der kundige Leser aus der Textprobe ersieht, hat Monsterle, auch mit der deutschen Grammatik so seine Schwierigkeiten. Vielleicht haben das gleichzeitige Auftreten von Litotes und Konjunktiv in einem Satz auch seine sprachlichen Fähigkeiten überfordert. Wie dem auch sei: Schon beim näheren Betrachten der Figuren, die in „Wohlstand“ auftreten, hätte man erkennen können, dass hier nicht eine Heile-Welt-Ideologie propagiert wird, sondern dass mit den in Literatur und Kunst arrivierten Mitteln von Ironie und Hyperbel gearbeitet wird, um beim Leser neue Erkenntnisse zu evozieren, so dass dieser die auf diese Weise gewonnenen Einsichten nicht nur verstehen, sondern sie sich durch den aktiven Prozess des Interpretierens auch zu eigen machen kann. Die Polizisten, die in „Wohlstand“ auftreten, wecken beim aufmerksamen Betrachter durch Habitus und Tenue unweigerlich Assoziationen an die Schergen des Dritten Reichs. Es ist dies ein sicheres Indiz dafür, dass Temel keineswegs „tief-konservativ“ eingestellt ist, wie Monsterle festgestellt zu haben glaubt, sondern sie für den Leser durch solche Hinweise die meist sorgsam hinter der Fassade einer bürgerlich-konservativen Weltanschauung versteckten, manchmal aber auch offen zutage tretenden menschenverachtenden Züge von diktatorischen Regimen zu entlarven gedenkt. Beispiele dafür finden sich in „Wohlstand“ in Bild und Text an vielen Stellen.
Monsterle bleibt zu wünschen, dass er eine Person seines Vertrauens findet, die ihm die hier vorliegende doch sehr anspruchsvolle Graphic Novel Schritt für Schritt erklärt. Ansonsten kann man ihn nur an das Boethius zugeschriebene Aperçu erinnern: Si tacuisses, philosophus mansises.
Ich spare mir mal Reaktionen auf persönliche Angriffe, hier geht es mir um den Comic. Nur eines: Si tacuisses soll mir hier wohl den Mund verbieten?
Egal. Offensichtlich sind die Polizisten SS-Typen, dadurch ergibt sich aber doch kein Widerspruch zu meiner “Konservativ”-These. Hätten das vielleicht sowohl im Setting als auch in Hinsicht auf Glaubwürdigkeit, aber dafür als Gegenmotiv auftretende Gutmensch-Hippietypen sein sollen? Sicher nicht. Und natürlich will der Autor auf seiner Meinung nach bedrohliche Zukunftsaussichten aufmerksam machen.
Dennoch, ich bleibe bei meiner Einschätzung, dass dieser Comic Frust weckt, weil er als einzige Alternative zum ‘Ducken, Ertragen und Mitmachen’ Suizid anbietet. Aber die Möglichkeit der Gegenwehr nur durch diesen passiven Akt zulässt, es schlicht weder schriftliche noch zeichnerische Andeutungen von Revolution zeigt.
Dieser Comic ist konservativ.
Nein. Dieser Comic kaut dir die Lösungen nicht vor, sondern du sollst sie selbst finden. Das ist das genaue Gegenteil von Konservativ.
Liebe Sarah,
ein Gastauftritt Deines Kollegen Mario und von Amy, der Eigentümerin seines Lieblingscafes “Space Bar” – welch eine Freude zu Beginn der Teatime. Selbst der anstrengendste Tag wird damit sogleich wieder hell und heiter. Vielen herzlichen Dank für diesen kleinen Comic, den ich in dem geplanten zweiten “Ponyhof”-Band wiederzufinden hoffe.
Kannst Du Deinen Fans bereits ein ungefähres Erscheinungsdatum für den neuen Band nennen? Am besten wäre es für mich natürlich, wenn ich ihn auf der SPIEL ´13 im Oktober direkt bei Dir am Stand erhalten würde. Dann wäre ich in der Lage, Dich sogleich um eine Widmung und eine Skizze zu bitten – als bleibende Erinnerung.
Ich kann mich noch an meine erste Erfahrung als tatsächlicher oder vermeintlicher Nerd gut erinnern. Vor vielen, vielen Jahren fand ich durch Zufall in einem örtlichen Supermarkt ein “Buch zum Film” mit dem seltsamen Titel “Krieg der Sterne”, voller Fotos aus einem Film, der damals noch nicht einmal in Deutschland angelaufen war. Neugierig kaufte ich das Taschenbuch, um es noch am selben Abend in einem Rutsch durchzulesen. Vermutlich war ich in unserer Stadt der Erste, der etwas von “Star Wars” erfahren hatte.
Natürlich habe ich mir den Film – den allerersten “Star Wars”-Film, der dann plötzlich “Episode IV” hieß – angesehen, sobald er in einem unserer örtlichen Kinos zu sehen war. In den folgenden Wochen sah ich ihn ungefähr zehn- oder zwölfmal, um wirklich alle Feinheiten dieses Meisterwerkes der Filmkunst zu erfassen.
Meinen Schulkameraden blieb das nicht verborgen, jedoch folgten sie der damals üblichen Sprachregelung, derzufolge es sich dabei um ein gewaltverherrlichendes Machwerk mit faschistoiden Elementen handelt. Wer das nicht glaubt, soll sich nur einmal die Schlußszene im Thronsall anschauen: hier stellt der Regisseur, ein gewisser George Lucas, frech und dreist eine der Schlüsselszenen aus “Triumph des Willens” von Leni Riefenstahl nach!
Den Begriff “Nerd” kannten wir damals noch nicht, aber das allgemeine Kopfschütteln über meine Begeisterung drückte praktisch dasselbe aus. Meine Eltern akzeptierten meine Kinoleidenschaft (solange die Schulnoten nicht darunter litten), aber als ich dann einige Monate später einen Bausatz des T-65 X-Wing Starfighter kaufte, den Luke Skywalker flog, da waren sie doch etwas überrascht.
Heute verstehe ich, welche Bedeutung das Merchandising insbesondere für die Film- und Fernsehproduktion hat. Wenn man sich einmal umschaut, was es alles an Artikeln für “Star Wars” zu kaufen gibt (Stichwort: Lego!) und wieviele Buchreihen das “Star Trek”-Universum ständig erweitern, dann muß sich die Frage stellen, wer das alles eigentlich kaufen soll. Wie heißt es doch in Mel Brooks “Star Wars”-Parodie “Space Balls”: “Merchandising! Damit wird heute beim Film das große Geld gemacht!” Angesichts der heutigen Angebote vermisse ich die gute alte Zeit, als wir noch einfach die Berichte über unsere Lieblingsfilme und -serien aus der Zeitung ausschnitten …
Wenn jemand ein Nerd sein will, dann sollte man diese Entscheidung akzeptieren und respektieren. Es ist nicht notwendig, das zu verstehen. Jeder Mensch muß einen eigenen, individuellen Weg zum Glück finden – und wenn das bedeutet, alle “Warhammer 40000″-Romane zu sammeln oder in einem Internetforum darüber zu diskutieren, ob Foxface im ersten Teil der “The Hunger Games”-Trilogie die giftigen Beeren versehentlich gegessen hat oder in der Absicht, auf schmerzlose Weise Selbstmord zu begehen, dann ist das eine private Angelegenheit.
Allerdings muß man sich davor hüten, die eigene Leidenschaft für einen Film, eine Fernsehserie oder ein Buch mit der realen Welt zu verwechseln. Wenn jemand diese Grenze überschreitet, dann gibt es mit einiger Sicherheit über kurz oder lang Schwierigkeiten. Der Bezug zur Realität darf nicht verlorengehen, denn sonst entwickelt sich ein Nerd tatsächlich zu einem weltfernen Sonderling, der seinen Mitmenschen irgendwann auf die Nerven zu gehen beginnt …
Den “Ponyhof”-Lesern traue ich allerdings genügend Intelligenz zu, um zwischen einer gesunden Leidenschaft und einem ungesunden Fanatismus zu unterscheiden. Freuen wir uns also über die Möglichkeiten, die sich einem Fan (oder einem netten Nerd) heute bieten – und denken wir zweimal nach, bevor wir uns in das Abenteuer Merchandising werfen. Man muß ja nicht alle Sachen kaufen, mit denen die Werbestrategen den Markt zu überfluten versuchen.
So, damit endet die Teepause. Ich wünsche Euch allen einen angenehmen Abend und viel Spaß mit Euren Hobbys!
Hallo Cliffhanger!
Um mal kurz Deine Frage zum neuen Ponyhofband. Grob anvisiert ist es schon zum Comicfest in München, d.h. Spielemesse in Essen ist gebongt!
booahhhh ehhhh…
na da muß ich nach München ja ganz schön Kohle einstecken um alles erwerben zu können
also den begriff nerd gibt es gefühlt erst seit 10 jahren in deutschland (wie hat man davor gesagt? streber (wie bei den simpsons homer an der uni), professor? nö. passt nich.. diese subkultur war auch nicht vorhanden um sie benennen zu müssen soweit ich mich erinnere) ich glaub man hat freak gesagt.
und ich glaub, dass was die leute heute und hier und jetzt so oft als nerd bezeichnen will hipster sein oder.. ach was auch immer
als verschwörungstheoretiker heft ich eh alles unter pöhsen mainstream ab
Ich frage mich ja die ganze Zeit, wie man den Earl Grey Tee in den Burger à la Picard kriegt… Oder enthält der Weintrauben???
*hehe* Wusste ich doch, dass ich den Herrn neben dir schon mal gesehen hab.
Vor der Spielemesse in Essen kannte ich ihn zwar nicht, aber er ist wirklich ein toller Comiczeichner!
Ansonsten sehe ich den Trend zum “Nerdtum” eigentlich sehr positiv. Man kommt viel einfacher an schöne Dinge. Man muss es einfach praktisch sehen.
Jabba-the-Hut-Auflauf… buääh
Alles was ich mir dazu vorstellen kann ist irgendwie schleimig… *schüttel* Mit meiner Freundin aus Australien haben wir letztens den Pärchen-Sitz im Kino in “Jabba-the-Hut”-Sitz umgetauft… und uns vorgestellt, was die an der Kinokasse sagen, wenn man alleine hingeht und sich den Jabba-the-Hut-Sitz bestellt…
Panel 1:
Sarah: Y’know, those are interesting times we live in, with nerds suddenly being cool and all …
Guy: Back in the days, that used to be an insult …
Panel 2:
Guy: Once they realized how much money they can mooch out of us, they they can’t afford singling us out any more!
Panel 3:
Sarah: As if my shopping behavior would be /that/ predictable …
Guy: Yeah, bite me, Entertainment Industry [Alt: MAFIAA*].
Panel 4:
Waitress: Well, here’s your order, a Jabba-the-Hut-Soufflé for the lady, and a Burger à la Picard for the Gentleman.
————
*MAFIAA: see http://en.wiktionary.org/wiki/MAFIAA
Translator’s note: I love the pun on the bar name. Really cute.
IMPROVED VERSION
Panel 1:
Sarah: Y’know, those are interesting times we live in, with nerds suddenly being cool and all …
Mario: Back in the days, that used to be an insult …
Panel 2:
Mario: Since they realized how much money they can mooch out of us, they can’t afford singling us out any more!
Panel 3:
Sarah: As if my shopping behavior would be /that/ predictable …
Mario: Yeah, bite me, Entertainment Industry [Alt: MAFIAA*].
Panel 4:
Waitress: Well, here’s your order, a Jabba-the-Hut-Soufflé for the lady, and a Burger à la Picard for the Gentleman.
Habe heute beim Local Dealer einen Comic-Ponyhof 1 (die frühen Jahre) für meinen Liebstenabschnittspartner gekauft und zu Hause aus dem Plastik gewickelt (wenigstens nicht auch noch eingeschweißt). Nun glaubt der L-partner nicht, dass dieser Band signiert ist! auf dem Deckel innen links ist ein Pony mit Namenszug der Autorin. L’ab’p meint, es sei eingedruckt. Ich so: Filz. Wer hat recht?
Das ist wohl ein Kompliment für einen sehr guten Filzer.